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Gleichberechtigung

Was gut ist für Frauen ...

Teil 2: Gleichberechtigung nützt beiden Geschlechtern

Bedeutet der Aufstieg der Frauen einen Abstieg der Männer? Keineswegs. Wenn gemischte Teams die besseren Ergebnisse liefern, profitieren alle davon. Höhere Gewinne sorgen für höhere Belohnungen und mehr Beförderungen, auch für Männer. Noch mehr als im Büro profitieren Männer von gleichberechtigten Partnerschaften zu Hause. Eine Studie der Universität von Kalifornien hat ergeben, dass Männer, die sich an der Hausarbeit beteiligen, die glücklicheren Frauen haben. Es kommt seltener zu Streit und in der Folge zu weniger Scheidungen.

Gleichberechtigung ist sexy

Und jetzt zum bedroom: Paare, bei denen beide berufstätig sind und sich den Haushalt teilen, haben mehr Sex als solche mit einem Alleinverdiener. Die Erklärung der US-Forscher: Menschen, die hart arbeiten, kommen auch privat auf ihre Kosten.

Ob das mit Kindern so bleibt, sei dahingestellt. Sicher aber ist, dass Männer, die ihre Vaterrolle aktiv ausfüllen, nicht nur ihrem Sprössling, sondern auch sich selbst etwas Gutes tun. Eine Umfrage unter knapp 1.000 berufstätigen Vätern in den USA, die kürzlich im Fachblatt Academy of Management Perspectives erschienen ist, belegt: Je mehr Zeit Väter mit ihren Kindern verbringen, umso zufriedener sind sie mit ihren Jobs. Und sie leben auch gesünder als ihre kinderlosen Kumpels.

Moderne Väter sind Vorbilder

Am stärksten profitiert allerdings der Nachwuchs von anwesenden Vätern. Kinder, die mit einem engagierten Vater aufwachsen, sind glücklicher und seltener verhaltensauffällig. Sie tun sich leichter in der Schule und auch später im Beruf. Die Psychologin Alyssa Croft von der University of British Columbia hat herausgefunden, dass Töchter, deren Väter sich zu Hause einbringen, später häufiger eigene Karrieren verfolgen und seltener ein traditionelles Rollenmodell anstreben. Entscheidend war weniger, was der Vater sagte, sondern was er vorlebte.

Gleichberechtigung nützt beiden Geschlechtern. Das Problem der modernen Frauenbewegung ist, dass sie das nicht ausreichend vermittelt. Sie beruft sich immer nur auf Gerechtigkeit und das Gleichstellungsgebot im Grundgesetz. Natürlich ist das ein hoher Wert, doch es macht die Sache mit den Frauen zu einer Sache der Moral. Daraus leiten sich dann Appelle an Politik und Wirtschaft ab, Frauen durch Quoten und Gesetze stärker zu fördern.

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