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Gleichberechtigung

Was gut ist für Frauen ...

Kerstin Bund, zeit.de
... nützt auch Männern. Von Gleichberechtigung profitieren alle.
Wer gleiche Chancen für Frauen und Männer will, fordert vor allem bessere Chancen für Frauen: Die kürzlich beschlossene Frauenquote soll mehr Frauen in Führungspositionen bringen. Ein geplantes Gesetz will Unternehmen zwingen, die Gehälter von weiblichen und männlichen Angestellten offenzulegen. Das soll die Bezahlung künftig gerechter machen. 

Frauen wie Männer profitieren  

Klar, dass von mehr Gleichberechtigung vor allem die Frauen profitieren, schließlich haben sie einiges aufzuholen. Doch je mehr sie aufsteigt, umso mehr fühlt er sich abgehängt. Junge Männer sehen sich schon als Teil einer verlorenen Generation, die bei der nächsten Beförderungsrunde leer ausgeht. Den Führungsjob kann schließlich nur einer besetzen. Des einen Gewinn ist des anderen Verlust. Gleichberechtigung im 21. Jahrhundert ist ein Nullsummenspiel.

Doch nun kommt’s: Chancengleichheit ist kein Kuchen, der nur einmal verteilt werden kann, sondern etwas, was mit dem Teilen sogar noch wächst. Gleiche Chancen für Frauen bedeuten auch mehr Chancen für Männer. Das gilt in der Arbeitswelt wie in der Partnerschaft. Und auch der Nachwuchs kann sich glücklich schätzen, wenn er mit Eltern aufwächst, die sich Hausarbeit und Kindererziehung teilen.

Vielfalt der Entscheidungen

Diese These vertreten die Facebook-Geschäftsführerin Sheryl Sandberg und der Organisationspsychologe Adam Grant in einem kürzlich erschienenen Beitrag in der New York Times. Unter dem Titel "How men can succeed in the boardroom and the bedroom" argumentieren sie, dass Chancengleichheit auch für Männer gut ist – im Sitzungssaal (boardroom) wie im Schlafzimmer (bedroom).

Zum boardroom: Wie Frauen die Wirtschaft verändern, ist einigermaßen gut erforscht. Sie bringen eine andere Perspektive mit, kommunizieren mehr im Team und gehen weniger Risiken ein als Männer. Das macht sie nicht zu den besseren Chefs, sorgt aber für mehr Vielfalt. Gemischte Teams haben bessere Ideen als Gruppen aus lauter Gleichen. Sandberg/Grant zitieren eine Studie, wonach erfolgreiche Start-up-Unternehmen mehr als doppelt so häufig von Frauen geführt werden als solche, die scheitern. Eine Analyse unter den 1.500 größten börsennotierten US-Unternehmen kam zu dem Ergebnis, dass innovationsgetriebene Firmen an der Börse umso mehr wert sind, je mehr Frauen im Top-Management sitzen.

Nun sagt eine Korrelation noch nichts über eine Kausalität aus. Der Erfolg muss nicht allein an einem hohen Frauenanteil liegen, er kann auch Ausdruck einer innovativen und fortschrittlichen Firmenkultur sein, die Frauen einfach bessere Chancen einräumt.

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