Das Portal von Handelsblatt und WirtschaftsWoche
Freiwillige Arbeit

Was beim Ehrenamt zu beachten ist

Tina Groll, zeit.de
Fast jeder Dritte engagiert sich neben dem Job ehrenamtlich. Ob der Chef dem Engagement zustimmen muss und was zu beachten ist, erklären wir in einem FAQ.

Foto: Paul-Georg Meister/Pixelio

Welche Formen ehrenamtlicher Arbeit gibt es?

Ehrenamtliche Arbeit muss nicht immer regelmäßig sein, auch wenn die meisten Berufstätigen einem regelmäßigen Ehrenamt beispielsweise in der freiwilligen Feuerwehr oder in einem Sportverein nachgehen. Auch temporäre freiwillige Dienste sind möglich: Spenden sammlen auf dem Weihnachtsmarkt, Unterstützung einer Kältehilfe für Obdachlose oder Jugendfreizeitbetreuer in den Sommerferien.

Als Ehrenamt gelten auch einmalige Einsätze. Darüber hinaus gibt es Reiseunternehmen, die Berufstätigen einen freiwilligen Einsatz im Ausland anbieten. Dieser Trend heißt "Voluntourism", in Anlehnung an den Begriff volunteer, Freiwilliger. Die Urlauber pflanzen im australischen Outback Bäume, betreuen in kolumbianischen Slums Straßenkinder oder setzen ihre handwerklichen Fähigkeiten dazu ein, ein paar Wochen lang bei einem indischen Unternehmen mitzuarbeiten

Die besten Jobs von allen


Muss der Arbeitgeber einer ehrenamtlichen Tätigkeit zustimmen?

Arbeitnehmer sollten dem Arbeitgeber ein Ehrenamt anzeigen. In der Regel steht eine solche Anzeigepflicht von Nebentätigkeiten auch im Arbeitsvertrag. Zustimmen muss der Arbeitgeber allerdings nicht. Denn verbieten darf er die freiwillige Arbeit nur im Ausnahmefall. Zum einen sind Arbeitnehmer durch das Grundrecht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit (Art. 2 Abs. 1 GG) geschützt, zum anderen darf der Arbeitgeber eine Nebentätigkeit nur untersagen, wenn sie dem Ruf des Unternehmens schadet oder dem betrieblichen Interesse entgegensteht.

Für ein Verbot muss der Arbeitgeber das nachweisen. Heikel ist jedoch der zeitliche Umfang eines Ehrenamts. Wer sich zu stark freiwillig engagiert (beispielsweise als Sanitäter oder Feuerwehrmann) und deswegen zu müde zum arbeiten ist und Fehler macht, dessen Engagement darf der Arbeitgeber einschränken. Prinzipiell sollen Arbeitnehmer zusammen mit dem Hauptjob und dem Ehrenamt nicht mehr arbeiten als die maximale Höchstdauer der Wochenarbeitszeit vorschreibt – 48 Stunden in der Woche


Fair Company | Initiative

 

Themen im Überblick