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Das Wulff-Syndrom

Warum Macht Politiker und Manager verblendet

Daniel Rettig, wiwo.de
Die Kreditaffäre um den Bundespräsidenten zeigt: Umgeben von Ja-Sagern und getäuscht vom übermächtigen Selbstbild eigener Wichtigkeit, verlieren Politiker und Manager den Blick für die Realität.

Foto: Werner Heiber / Fotolia

Unbeliebte Salami-Taktik

Seit 1971 kürt die Gesellschaft für deutsche Sprache das Wort des Jahres, der letzte Sieger hieß "Stresstest". 2012 ist noch jung, doch ein Wort könnte bei der diesjährigen Wahl gute Chancen haben: Salami-Taktik.

Mit eben dieser Strategie verärgert Bundespräsident Christian Wulff seit Beginn seiner Kredit- und Medienaffäre viele Bürger. Statt Fehler zuzugeben und alle Fakten offenzulegen, informiert er die Öffentlichkeit nur scheibchenweise.

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Was hat den höchsten Mann im Staat dazu getrieben? An mangelnder Erfahrung kann es nicht liegen, der 52-Jährige ist seit mehr als 30 Jahren in der Politik. Trotzdem geriet er ins Zentrum einer Affäre, die bislang kein Bundespräsident durchleben musste. Trotzdem? Oder gerade deswegen?

Umgeben von Ja-Sagern

Die Causa Wulff hat nicht nur eine Diskussion entfacht über die Zukunft des höchsten politischen Amtes. Deutlich wurde vor allem: Wer die Möglichkeit hat, weitreichende Entscheidungen zu treffen, Einfluss zu nehmen auf die Geschicke eines Landes oder eines Unternehmens, sprich: Macht auszuüben über andere, gerät nicht nur immer wieder in Affären und Skandale.

Umgeben von Ja-Sagern und duckmäuserischen Einflüsterern, geblendet von den eigenen Einflussmöglichkeiten, läuft er Gefahr, den Blick für die Wirklichkeit zu verlieren. Kurz: Er wird blind vor Macht.


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