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Arbeitsrecht

Vorsicht bei Online-Spielen im Büro

Gero Brandenburg
Online-Spiele sind beliebt wie nie. Millionen Menschen weltweit sind Fans von Social Games wie Farmville oder Mafia Wars. Wer allerdings im Büro spielt, kann schnell Ärger mit seinem Arbeitgeber bekommen. Es drohen arbeitsrechtliche Konsequenzen bis hin zur Kündigung.
Online-Spiele am Arbeitsplatz? Besser nicht.Foto: © drubig-photo - Fotolia.com
Das US-Unternehmen Zynga hat sich mit Online-Spielen wie Farmville, Mafia Wars und - ganz neu - Frontierville eine riesige Fangemeinde geschaffen. Allein 80 Millionen Facebook-User pflegen bei Farmville ihre eigene Farm, kaufen mit einigen Klicks Saatgut und bauen Gemüse an.Allzu oft geschieht das auch während der Arbeitszeit. Und das sieht der Chef natürlich nicht gerne, schließlich werden auf diese Weise viele produktive Bürostunden verschwendet. Dem fleißigen Online-Bauern drohen arbeitsrechtliche Konsequenzen.

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Ulrike Barkow, Fachanwältin für Arbeitsrecht in der Kanzlei HMW, sagt: "Wer das über einen am Arbeitsplatz zur Verfügung gestellten Computer erreichbare Internetangebot zu privaten Zwecken nutzt, riskiert die Kündigung des Arbeitsverhältnisses." Dies gilt vor allem dann, wenn der private Ausflug ins Internet die "arbeitsvertraglich geschuldete Leistung" erheblich beeinträchtigt. Es gibt Unternehmen und Betriebe, die bei der privaten Internetnutzung sehr restriktiv verfahren. Andere Arbeitgeber hingegen zeigen sich tolerant. In jedem Fall sollten sich Arbeitnehmer über die Regeln genau informieren: der eigene Arbeitsvertrag oder die geltenden Betriebsvereinbarungen geben Aufschluss.Grundsätzlich gilt: Ist die Nutzung zu privaten Zwecken gänzlich untersagt, kann ein Verstoß gegen dieses Verbot die fristlose Kündigung nach sich ziehen.Aber auch wenn es keine Regelung gibt, der Chef das Surfen im Internet duldet oder sogar erlaubt, sollten die Mitarbeiter folgende Punkte beachten, um sich Ärger zu ersparen.1) Nutzen Sie das Internet zu privaten Zwecken nur in Ihren Pausen2) Besuchen Sie auf gar keinen Fall Internetseiten mit strafbaren oder pornografischen Darstellungen3) Achten Sie darauf, dass Sie das Betriebssystem nicht mit Viren infizieren oder sonst irgendwie stören4) Vermeiden Sie, dass dem Arbeitgeber durch die private Nutzung des Internets Kosten entstehen5) Verzichten Sie darauf, große Datenmengen auf das betriebliche Datensystem herunterzuladenLesen Sie mehr zum Thema "Arbeitsrecht":
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Dieser Artikel ist erschienen am 12.07.2010

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