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Mitarbeiter werben und abkassieren
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Mitarbeiter werben und abkassieren

Vom Kumpel zum Kollegen

Kerstin Dämon, wiwo.de
PwC tut es, Sanofi tut es, Trenkwalder und viele andere tun es auch: Sie zahlen ihren Mitarbeitern Prämien, wenn die einen Freund anwerben, damit er zum Kollegen wird. Die Methode lohnt sich, kann aber Nachteile haben.
In Deutschland herrscht unter Fachkräften annähernd Vollbeschäftigung. Die günstige Situation am Arbeitsmarkt scheint die Deutschen zu beflügeln: Jeder Vierte plant im Jahr 2016 einen Jobwechsel. Weitere 28 Prozent behalten interessante Stellenausschreibungen im Blick, obwohl sie keine konkreten Wechselabsichten haben. Das hat die Online-Jobbörse StepStone in einer gemeinsamen Studie mit dem Marktforschungsinstitut TNS im Oktober 2015 herausgefunden, bei der über 1.000 Menschen zu ihrer aktuellen Karriereplanung befragt wurden.

Demnach planen nur drei Prozent, innerhalb des eigenen Unternehmens aufzusteigen. Fast 60 Prozent gehen davon aus, gute Chancen am Jobmarkt zu haben. "IT-Spezialisten, Gesundheitsexperten und Mitarbeiter aus technischen Berufen sind aktuell besonders gefragt", sagt StepStone-Geschäftsführer Sebastian Dettmers. Und um an die heranzukommen, müssen Unternehmen kreativ sein. Nur ein stattliches Gehalt auszuloben, reicht mitunter nicht aus. Gerade wenn jemand mit seinem Job und seinem Arbeitgeber ganz zufrieden ist, wird es schwierig, ihn abzuwerben.


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Vorbild Handy- und Zeitschriften-Abos

Da kann das Wort eines guten Freundes eine hilfreiche Unterstützung sein. "Wir haben da eine Stelle in unserer Abteilung frei, die wäre genau das richtige für dich."

Man kennt es vom Fitnessstudio, dem Mobilfunkbetreiber oder dem Zeitschriften-Abo: Kommt die Empfehlung von einem guten Bekannten, schaut man sich das Angebot eher an. Wer dagegen in der Fußgängerzone einen Flyer für das gleiche Sportstudio in die Hand gedrückt bekommt, wirft den Zettel eher weg. Das Unternehmen profitiert von der freundschaftlichen Empfehlung gleich doppelt: Es spart Kosten für Werbung und hat einen neuen Kunden an Land gezogen. Im Gegenzug bekommt der, der seinen Bekannten angeworben hat, ein kleines Geschenk. Dieses "Freunde werben" zahlt sich somit für alle Seiten aus.

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