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Arbeiten in Australien

Visum nur für Fachkräfte

Carolin Fromm/zeit.de
Australien löst seinen Fachkräftemangel durch selektive Einwanderungspolitik: Nur Fachkräfte, die gebraucht werden, kommen ins Land – wenn ein Unternehmen sie sponsert. Dabei ergeben sich einige Unterschiede zu Deutschland.
Australien vergibt Visa über ein PunktesystemFoto: © Nic Neish - Fotolia.com
Australien ist für viele Auswanderer attraktiv. Doch in Australien dauerhaft zu arbeiten und zu leben, ist gar nicht mal so einfach – denn das Land lässt nur Fachkräfte rein, die gerade gesucht werden. "Für viele Berufsgruppen ist es geradezu unmöglich ein Arbeitsvisum in Australien zu bekommen", sagt Christian Haag, Sprecher der deutsch-australischen Industrie- und Handelskammer in Sydney.Generell gibt es für Einwanderer zwei Möglichkeiten, ein Arbeitsvisum zu bekommen: Entweder sponsert ein Unternehmen den Einwanderer oder er hat einen Beruf, an dem es in Australien gerade mangelt. So viele sind dies derzeit nicht. Im Juli kürzte die Einwanderungsbehörde die Liste mit Berufen, die es ermöglichen ein Arbeitsvisum aufgrund seiner Qualifikationen zu beantragen (Skilled Occupation List (SOL), von über 400 auf 181. Vor allem medizinisches Personal wird derzeit gesucht.

Die besten Jobs von allen

Einer, der über ein unbegrenztes Arbeitsvisum für Australien verfügt, ist Torsten Landwehr. Der Logistiker bewarb sich vor vier Jahren auf eine Anzeige einer deutschen Speditionsfirma in Australien, das Fachkräfte suchte. Es klappte, Landwehrs Qualifikation überzeugte den Arbeitgeber. Nur wenige Wochen später begann der damals 26-Jährige seinen neuen Job in Sydney.Landwehr blieb über zwei Jahre in der Firma und genoss die lockere Arbeitsatmosphäre, später wechselte er das Unternehmen und ist nach wie vor glücklich mit seiner Entscheidung, in Australien zu leben und zu arbeiten. "Überstunden sind selten. Australier leben das Sprichwort: work to live, don't live to work", sagt Landwehr.Nicht jeder ist auf Dauer willkommenAllerdings hat nicht jeder die gleichen guten Chancen. Nicht jeder ist auf Dauer willkommen. "Eine gesunde Anzahl von qualifizierter Migration hilft, die schrumpfende Arbeitnehmerschaft und die alternde Bevölkerung auszugleichen", sagt eine Sprecherin der Einwanderungsbehörde. Ob jemand ein Visum bekommt, wird über ein Punktesystem ermittelt: Die Regierung vergibt für Kategorien wie Alter, Englischkenntnisse und Ausbildung Punkte. Auch die Flexibilität wird dabei bedacht: Einwanderer, die sich vorstellen können, in einer ländlichen Region zu arbeiten, haben bessere Chancen auf ein Arbeitsvisum.

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