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Karrierewege für Wissenschaftler
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Hochschulnachwuchs

Verlässlichere Karrierewege für Wissenschaftler

wiwo.de, dpa
"Dauerstellen für Daueraufgaben" an Deutschlands Hochschulen fordern Gewerkschaftler und geißeln das "Befristungsunwesen" für den wissenschaftlichen Nachwuchs.
Vor der Anhörung im Bundestag zur Gesetzesreform für den Hochschulnachwuchs erhöht der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) den Druck auf die Koalition, ihre Pläne nachzubessern. "Die Bundesregierung muss eine konkrete verbindliche Mindestlaufzeit für die Zeitverträge verankern", sagte die stellvertretende DGB-Chefin Elke Hannack der Deutschen Presse-Agentur. Sie schlug "mindestens drei Jahre" vor. "Und es muss sichergestellt sein, dass die eigene wissenschaftliche Qualifizierung mindestens zur Hälfte in der vertraglich festgelegten Arbeitszeit stattfinden muss."

Hannack verwies darauf, dass rund 90 Prozent der wissenschaftlichen Mitarbeiter an deutschen Hochschulen nur einen Fristvertrag hätten. "Mehr als die Hälfte dieser Verträge hat eine Laufzeit von weniger als einem Jahr. Diese Hire-and-Fire-Mentalität schadet den Hochschulen und Forschungseinrichtungen", denn so bleibe "die Kontinuität und damit die Qualität der Arbeit auf der Strecke". Daher sei eine durchgreifende Reform des 2007 eingeführten Wissenschaftszeitvertragsgesetzes überfällig.

Eindämmung allzu kurzfristiger Zeitverträge

Der am Mittwochvormittag im Bundestags-Forschungsausschuss zur Diskussion stehende Gesetzentwurf von CDU/CSU und SPD sei "ein erster, wichtiger Schritt auf diesem Weg", sagte die DGB-Vizechefin. Die Novelle von Forschungsministerin Johanna Wanka (CDU) war vorige Woche in erster Lesung im Bundestag, noch im Dezember soll sie vom Parlament verabschiedet werden. Vor allem geht es um verlässlichere Karrierewege für Wissenschaftler unterhalb der Professoren-Ebene und um eine Eindämmung der oft nur sehr kurzfristigen Zeitverträge.

Die Mitgliederversammlung der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) wandte sich gegen einen "vollständigen Wegfall von Befristungsmöglichkeiten für das nicht-wissenschaftliche und nicht-künstlerische Personal in Drittmittelprojekten an Hochschulen". Dies sähen die Pläne der Bundesregierung allerdings vor. Es gebe jedoch "projektbedingte nicht-wissenschaftliche Aufgaben, die nach Ende eines Projekts entfallen, so dass eine Dauerbeschäftigung des entsprechenden Fachpersonals nicht sinnvoll möglich ist". Mit den vorgesehenen Regelungen für das wissenschaftliche Personal zeigte sich die HRK-Mitgliederversammlung grundsätzlich zufrieden.

Zuerst veröffentlicht auf wiwo.de
Dieser Artikel ist erschienen am 26.11.2015

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