Das Portal von Handelsblatt und WirtschaftsWoche
Arbeitsrecht

Urlaub: Welche Rechte haben Arbeitnehmer?

Gero Brandenburg
Viele Arbeitnehmer genießen jetzt den Sommerurlaub. Doch nicht alle Urlauber können richtig abschalten und entspannen. Laut einer Studie bekommt fast jeder zweite Arbeitnehmer an seinen freien Tagen Mails oder Anrufe aus dem Büro. Muss ich erreichbar sein? Kann mir der Chef den Urlaub wieder streichen? Die wichtigsten Antworten für den Arbeitnehmer.
Urlaub am StrandFoto: © matttilda - Fotolia.com
Sommerzeit ist Urlaubszeit und damit eigentlich die Zeit der Erholung und Entspannung. Doch nach einer Studie des Personaldienstleisters Randstad bekommt fast jeder zweite Arbeitnehmer an seinen freien Tagen Mails oder sogar Anrufe aus dem Büro. Muss ich immer erreichbar sein? Kann mir der Chef den Urlaub sogar wieder streichen? Ulrike Barkow ist Fachanwältin für Arbeitsrecht in der Kanzlei HMW. Sie beantwortet die wichtigsten Fragen zum Urlaub. Frau Barkow, wie viel Urlaub steht Arbeitnehmern eigentlich zu?
Jeder Arbeitnehmer mit einer Sechs-Tage-Woche hat einen gesetzlichen Anspruch auf 24 Werktage Urlaub im Jahr. Bei einer Fünf-Tage-Woche sind es 20 Tage pro Jahr. In den meisten Arbeits- und Tarifverträgen ist der Urlaub aber sowieso geregelt und meist auch höher als der gesetzliche Anspruch.

Die besten Jobs von allen

Kann ich den ganzen Urlaub am Stück nehmen?
Nicht unbedingt. Vom Gesetzgeber ist nur vorgesehen, dass mindestens zwölf Tage Urlaub – also zwei Wochen – am Stück gegeben werden müssen. Diesen Anspruch könnten Sie auch einklagen. Aber das macht kaum jemand. Meist arrangiert man sich irgendwie mit dem Chef. 
Wann muss ich meinen Urlaub anmelden?
Je größer der Betrieb, desto eher muss der Urlaub angemeldet werden. Meist gibt es Urlaubslisten, in die man sich frühzeitig eintragen sollte. Motto: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Es ist auch eine Frage der internen Absprache. Gibt es im Unternehmen zwei Chefsekretärinnen, können die nicht gleichzeitig in den Urlaub gehen. Es sei denn, der Chef ist ebenfalls nicht anwesend und erlaubt es deshalb.

Fair Company | Initiative

 

Themen im Überblick