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Social Media im Job

Unzulässige Kündigungen nach Facebook-Einträgen

Oliver Voß, wiwo.de
Weil ihm bei Facebook ein Song der Band Deichkind gefiel, wurde einem Mann gekündigt. Solche Fälle nehmen zu, doch oft sind die Kündigungen unzulässig.

Foto: olly/Fotolia.com

Leider nicht geil für den Chef

Die Hamburger Band Deichkind trifft derzeit, wie kaum eine andere Band, das Lebensgefühl der jungen Generation. Ihr Song "Leider geil" ist bereits zu einem geflügelten Wort geworden, "Illegale Fans" die Hymne aller Musikpiraten und "Bück Dich Hoch" beschreibt den Arbeitsalltag in vielen Büros.

"Fleißig Überstunden, ganz normal, unbezahlt, scheiß egal, keine Wahl", heißt es da. Weiter singen die Electro-Hip-Hopper: "Mach dich beim Chef beliebt! Auch wenn es dich verbiegt! Sonst wirst du ausgesiebt!"
 
Auch der Mitarbeiter einer Möbelbeleuchtungs-Firma aus dem nordrhein-westfälischen Rödinghausen erkannte seinen Job in dem Lied wieder. "Bück dich hoch!!! Hm, mal überlegen. Wieso gefällt mir ausgerechnet das Lied von Deichkind, my friends", hatte der Mann auf Facebook geschrieben.

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Profile privatisieren!

Dumm nur, dass sein Profil auch für seinen Arbeitgeber zugänglich war: Der Mann erhielt eine außerordentliche Kündigung. "Diese Äußerung kann nur so verstanden werden, dass Sie die von Deichkind besungenen mit den bei uns herrschenden Arbeitsbedingungen gleichsetzen", lautete die Begründung des Rausschmisses.

"Dadurch, dass Sie unsere Arbeitsbedingungen mit den von Deichkind besungenen vergleichen, werfen Sie uns menschenverachtende Arbeitsbedingungen vor, bei denen die Mitarbeiter aus reiner Profitgier unter Gefährdung der Gesundheit ausgebeutet werden."



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