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Einsames Mittagessen
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Unter Kollegen

Unhöflichkeit macht einsam

Ferdinand Knauß, wiwo.de
Manche Menschen werden von ihren Kollegen mehr oder weniger deutlich ausgeschlossen. Mobbing ist das nicht: Verantwortlich dafür sind die Ausgeschlossenen oft selbst, wie zwei Studien zeigen.
Die Szene kann wohl in fast jedem Arbeitsumfeld vorkommen. Es ist Mittagszeit, die Kollegen fragen sich gegenseitig: "Kommt ihr mit in die Kantine?" Nur einer wird keines Blickes gewürdigt, geschweige denn angesprochen.

Kristin Scott und Thomas Zagenczyk von der Clemson University sowie Simon Restubog von der Australian National University haben in zwei Studien überprüft, weshalb es zu solchem Verhalten des sozialen Ausschlusses am Arbeitsplatz kommt. Darüber berichtet jetzt die Fachzeitschrift "Wirtschaftspsychologie Aktuell".

Die Forscher definieren Sozialen Ausschluss als das Ignorieren, das ein Mitarbeiter erlebt. Ein Mitarbeiter wurde also als "ausgeschlossen" betrachtet, wenn er sich so fühlt, also wenn er beispielsweise der Aussage zustimmt: "Diese Person behandelt mich, als wäre ich gar nicht da."

Am Anfang steht oft Arroganz

Die Forscher befragten dazu jeweils Mitarbeiterpaare: den, der sich ausgeschlossen fühlte ("Ausgegrenzter"), und einen Kollegen, der mit ihm zusammenarbeitete ("Kollege"). In der ersten Studie wurden 181 Mitarbeiterpaare eines Callcenters auf den Philippinen befragt, in der zweiten Studie 183 Paare von Angestellten mehrerer philippinischer Firmen.

Das zentrale Ergebnis beider Studien ist, dass am Anfang des Ausschließens häufig unhöfliches Verhalten desjenigen stand, der sich ausgegrenzt fühlte. Zum Beispiel wenn der heute Ausgegrenzte zu Anfang seine Kollegen arrogant behandelt hatte. Zumindest gaben das die Ausgrenzenden an.


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