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Mindestentgeltangabe in Stellenanzeigen
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Mindestentgeltangaben in Stellenanzeigen

Umstrittene Forderung

Teil 2: Andere Wertigkeit

Die Verhandlungsposition für Frauen soll sich laut Ministerin Schwesig verbessern. Die Frage des Gehalts soll kein Tabuthema und keine "Blackbox" mehr sein, wie sie bei der Vorstellung des Gesetzesentwurfs formulierte.

Offenheit ist das eine – einen anderen Ansatz verfolgt die BDA: Die Bundesvereinigung hält es für sinnvoller, zum Beispiel bei der Erwerbsunterbrechung aufgrund fehlender Kinderbetreuung oder bei Fehlanreizen im Steuer- und Sozialsystem anzusetzen, um die Diskriminierung zu beseitigen.
 
Frauen schätzen Gehalt als nicht so wichtig ein:

Wie die aktuelle Ernst & Young-Studie über Werte, Ziele und Perspektiven von Studenten feststellt, haben Frauen zudem eine andere Wertigkeit: Ihnen ist bei der Wahl ihres künftigen Arbeitgebers die Jobsicherheit am wichtigsten – vor der Vereinbarkeit von Familie und Beruf und dem Gehalt. Bei Männern dagegen rangiert das Gehalt an erster Stelle – vor der Jobsicherheit und dem Familiengedanken.

Frauen fordern zu wenig:

So ist es nicht verwunderlich, dass Frauen bei der Einschätzung ihrer Einstiegsgehälter weit von den Erwartungen der Männer entfernt liegen: Während diese mit 38.500 Euro rechnen, schätzen Frauen ihren Marktwert um etwa 17 Prozent geringer ein.

Für Gehaltsexpertin Claudia Kimich ist das nicht erstaunlich: Sie hält es für eine weibliche Schwäche, dass es Frauen so schwerfalle, über ihre Leistung zu sprechen, verriet sie in einem Interview der Münchner Abendzeitung. "Frauen verdrängen leider, dass Geld ein wichtiger Karriereschritt ist." Sie empfiehlt Frauen daher, in Gehaltsverhandlungen grundsätzlich 20 Prozent mehr zu verlangen. Das sei eine gute Verhandlungsgrundlage.

Ernüchternd ist eine aktuelle Umfrage auf spiegel.de, wonach rund 45 Prozent der Teilnehmer davon überzeugt sind, dass sich an der Lohnungerechtigkeit per Gesetz nichts ändern lasse, während ein Viertel daran glaubt, dass alle von einem solchen Gesetz profitieren könnten und ein Fünftel zumindest optimistisch darauf zugeht.

2016 wird sich zeigen, ob gute Wege zur Entgeltgleichheit beschritten werden können. 
Dieser Artikel ist erschienen am 22.12.2015

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