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Karriere im Ausland

Top-Talente: Kein Ticket zurück

Katrin Terpitz
Es gibt im Ausland nur wenige Vorstandschefs mit deutschem Pass. Doch immer mehr Top-Talente beginnen ihre Karriere dort und kommen nicht zurück. Personalberater fürchten einen Exodus deutscher Leistungsträger.
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Foto: svort/Fotolia

Deutsche Top-Manager im internationalen Geschäft

Als der gebürtige Aachener Léo Apotheker vor neun Monaten zum Vorstandschef des Technologiekonzerns Hewlett Packard (HP) berufen wurde, war das in den USA eine absolute Überraschung. „Leo Who?“ fragten die amerikanischen Medien.Kein Wunder: Nach Deutschland blicken ausländische Konzerne eher selten, wenn sie ihre Chefposten neu besetzen.

Abgesehen vom Nachbarland Schweiz, in dem fast 40 Prozent der Konzernchefs aus Deutschland stammen, haben deutsche Manager auf den Chefsesseln im Ausland noch immer Seltenheitswert. Internationale Karriereziele deutscher Top-Manager sind bisher selten.

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Doch wenn man führenden Personalberatern glauben darf, könnte sich das bald ändern. Denn die junge deutsche Managergeneration zieht es vor allem zu Beginn ihrer Karriere verstärkt ins Ausland. Immer mehr deutsche Top-Talente machen dort Karriere, kommen aber nicht mehr zurück. Personalexperten befürchten daher einen Exodus deutscher Leistungsträgern.

Auf dem deutschen Markt wird es eng

„Durch diese Abwanderung wird es auf dem Markt für Top-Manager hierzulande relativ eng“, prophezeit der Personalberater Steffen Gräff, Leiter der deutschen Industriepraxis der weltgrößten Personalberatung Korn/Ferry. Es gibt bisher einige wenige deutsche Top-Manager im Ausland wie Klaus Kleinfeld etwa, den früheren Siemens-Chef, der heute den Aluminiumriesen Alcoa führt. Oder den Heidelberger Bernd Beetz, der Chef des weltgrößten Parfum- und Kosmetikhersteller Coty in New York ist.

Vor allem in der Automobilbranche, eigentlich doch die deutsche Paradedisziplin, haben sich einige an die internationale Spitze hochgearbeitet: Der frühere Amerika-Chef von Volkswagen etwa, Stefan Jacoby, leitet seit einem Jahr den schwedisch-chinesischen Volvo-Konzern. Der frühere BMW- und Daewoo-Manager Ulrich Bez lenkt seit elf Jahren den britischen Sportwagenhersteller Aston Martin und Opel-Urgestein Carl-Peter Forster führt seit 2010 den indischen Autobauer Tata.


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