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Gehalt halbe Stelle
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Gehalt

Top-Branchen für Teilzeit

Kerstin Dämon, wiwo.de
In Deutschland arbeiten immer mehr Menschen in sogenannten atypischen Beschäftigungsverhältnissen: In welchen Branchen am meisten vom Gehalt übrig bleibt.
In Deutschland arbeiten immer mehr Menschen in sogenannten atypischen Beschäftigungsverhältnissen: Sie sind befristet, in Teilzeit mit 20 oder weniger Wochenstunden, Zeitarbeit oder geringfügig beschäftigt, wie das Bundesarbeitsministerium mitteilte. 2013 arbeitete demnach fast jeder Vierte Deutsche in Teilzeit. Das betrifft entsprechend nicht nur die Frauen, obwohl sie immer noch einen Großteil der Teilzeitarbeiter ausmachen. Laut dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) gingen im Jahr 2014 knapp 58 Prozent der erwerbstätigen Frauen und 20 Prozent der erwerbstätigen Männer einer Teilzeitbeschäftigung nach.

Die Verteilung im Überblick

Und auch in der Teilzeit verdienen Männer in der Regel mehr als Frauen. Laut einer Arbeitsmarktstudie der Job-Suchmaschine Adzuna, bekommen Männer im Durchschnitt 14 Prozent mehr Geld als Frauen, müssen aber größere Verdienstabzüge in Kauf nehmen: Während Männer in den Branchen Wasserversorgung, Abfallentsorgung (- 25 Prozent) und Energieversorgung (- 28 Prozent) verhältnismäßig geringe Abzüge verzeichnen, wird im Handel bis zu 55 Prozent gekürzt. Im Grundstücks- und Wohnungswesen verdienen Männer in Teilzeit 57 Prozent weniger als ihre Kollegen in Vollzeit. Frauen in der gleichen Branche, büßen dagegen 44 Prozent ihres Gehalts ein, wenn sie Teilzeit arbeiten.

Die Adzuna Studie bezieht sich auf die Daten der Arbeitnehmerverdienste im März 2015. Demnach gibt es je nach Branche erhebliche Unterschiede bei der Gehaltsreduzierung zwischen Voll- und Teilzeitarbeit, die sich zudem für Männer und Frauen unterscheiden.

Im verarbeitenden Gewerbe sowie der Finanz- und Versicherungsdienstleistungsbranche sind die Gehaltsunterschiede zwischen Teilzeitmännern und -frauen am größten, Frauen bekommen hier bis zu 31 Prozent weniger Geld als Männer. Nur bei dreien der 16 untersuchten Wirtschaftszweigen konnte ein höheres Gehalt für Frauen festgestellt werden: Im Gastgewerbe, Grundstücks- und Wohnungswesen. Allen voran liegt der Bereich Erziehung und Unterricht, indem Frauen ein monatliches Plus von sieben Prozent gegenüber ihren männlichen Kollegen einfahren können.
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