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Auswandern

Tipps zur Karriere in Großbritannien

Barbara Weise
Wenn die Entscheidung gefallen ist, ins Ausland auszuwandern, stellt sich bald die Frage nach Job und Karriere im Wunschland. Junge Karriere hat sich über Arbeitssuche, Bewerbung, Lebensstandard in Großbritannien informiert und nützliche Job-Links gesammelt.
EnglandArbeitsmarkt

Die besten Jobs von allen

Die Arbeitslosenquote liegt in Großbritannien bei nur 4,6 Prozent. In England sind zurzeit Sozialarbeiter gefragt, ebenso Krankenschwestern, Allgemeinärzte, Zahnärzte und Psychiater. Steten Bedarf an Akademikern haben Banken, Versicherungen und Dienstleister aus Werbung, Marketing und PR. Auf einen bestimmten Uni-Abschluss kommt es den Briten oft weniger an.

Nützliche Adressen
Schottland
Job-Links

Boom-Regionen
London ist Europas Finanzplatz Nummer eins. Jede Bank und Versicherung der Welt ist hier vertreten, ebenso internationale Konzerne. Im Thames Valley ist die Computer- und Hightech-Branche zu Hause, die produzierende Industrie residiert zwischen Birmingham und Manchester. Die Region Newcastle ist Hochburg der Chemie, Nanotechnologie und Spielesoftware, im forschungsfreudigen Cambridge haben sich Biotech- und Pharmaunternehmen angesiedelt. Tourismus floriert in London sowie an der Küste.

Gehalt und Lebensstandard
Das Jahresbruttogehalt von Absolventen liegt im Schnitt bei 26.000 Euro plus zehn bis 15 Prozent variable Vergütung. Nach zwei bis drei Jahren Berufserfahrung gibt es um 33.000 Euro (plus 15 bis 25 Prozent Zulage). Die britische Steuer wird in drei Staffeln erhoben: zehn Prozent für die ersten 2.150 Pfund/Jahr, 22 Prozent auf Einkommen bis 33.300 Pfund/Jahr, darüber 40 Prozent. Der "National Health Service" gewährt kostenlose Behandlung, genießt jedoch nicht den besten Ruf. Daher empfiehlt sich eine private Zusatzversicherung. Das Leben auf der Insel ist kostspielig und London zudem die teuerste Stadt Europas. Der Cappuccino zu 4,50 Euro ist so normal wie ein WG-Zimmer für 1.000 Euro Monatsmiete.

Bewerben
Briten lieben schlanke Bewerbungen: Anschreiben und Lebenslauf mit Abschlüssen, beruflichen Titeln - fertig. Foto, Familienstand, Religion haben im CV nichts verloren. Statt Zeugnissen sind "referees" gefragt, zum Beispiel Ex-Chef und Hochschuldozent (Kontakt am Ende des Lebenslaufs). Die Jobsuche über "recruitment agencies" ist meist am effektivsten.SchottlandArbeitsmarktWeil der heimische Arbeitsmarkt leer gefegt ist, wirbt die schottische Wirtschaftsförderung um Spezialisten aus dem Ausland. Most wanted: Fachkräfte für Lebenswissenschaften, Elektrodesign, Elektroingenieurwesen, IT und Physik. Finanzexperten haben durchweg gute Karten.

Boom-Regionen
Die Hauptballungszentren sind Glasgow und Edinburg. Dazwischen liegen nur 40 Autominuten. Zehn Prozent der arbeitenden Bevölkerung sind im Bank-, Finanz- und Versicherungswesen beschäftigt. Edinburg ist nach London der zweitgrößte Finanzplatz innerhalb des Königreichs und der fünftgrößte Europas. Auch in Glasgow sind renommierte Player wie Morgan Stanley oder JP Morgan ansässig. Im Glasgow/Edinburg-Korridor hat sich die Elektrodesign-Industrie angesiedelt. Aberdeen ist als "Ölhauptstadt" Großbritanniens bekannt. 13 schottische Universitäten zählen zusammen 60 Fachbereiche und Institute, die auf dem Gebiet der Lebenswissenschaften forschen. Renommee in der Krebsforschung haben beispielsweise Glasgow und Dundee.

Gehalt und Lebensstandard
Die Bruttogehälter sind niedriger als in Deutschland, doch bleibt netto mehr übrig (siehe Kasten England). Edinburg ist die teuerste schottische Stadt: Mit 1.000 Euro Monatsmiete für ein "two-bedroom-flat" muss man locker rechnen. Wohnraum kaufen ist in Großbritannien generell günstiger als mieten: Fast 70 Prozent der Briten wohnen im Eigenheim. Der Immobilienmarkt ist flexibel, und Banken sind eher bereit, auch an Berufsanfänger Kredite zu vergeben.

Bewerben
Im Vereinigten Königreich gilt die "equal opportunity policy", die streng auf Gleichbehandlung unabhängig von Hautfarbe, Religion etc. setzt (siehe Kasten England). Angaben im Lebenslauf, die zur Benachteiligung eines Bewerbers führen könnten, sind tabu. Aus dem Ausland zugesandte Bewerbungen haben in Schottland wie in England weniger Chancen. Von Deutschland aus kann man jedoch Kontakt mit "recruitment agencies" aufnehmen.

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