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Kündigung

Tiefpunkt als Motivation für neue Wege

Teil 5: Neue Bescheidenheit


Foto: pressmaster/Fotolia

Was er durch die Kündigung gelernt hat? Vor allem Bescheidenheit. Rades will nicht verheimlichen, dass es anfangs erhebliche Startschwierigkeiten gab. Nach der Gründung lebten er und seine Familie ein knappes Jahr von Ersparnissen. Inzwischen läuft das Geschäft jedoch gut, im vergangenen Jahr knackte er erstmals die Umsatzgrenze von 200.000 Euro.

Zum anderen weiß er nun, dass es sinnvoll ist, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Eine Rolle, an die sich viele Manager nach der Kündigung erst mal gewöhnen müssen. Bislang fragte man sie um Rat und Tat, jetzt müssen sie andere um Unterstützung bitten.

Die besten Jobs von allen


Rades bekam Hilfe von der Gründungsberatung der Düsseldorfer Wirtschaftsförderung. Dort traf er sich mehrmals mit einem Coach, der ihm bei der Umsetzung des Businessplans half. "Natürlich war die Entlassung unschön", sagt Rades, "aber ich hatte Glück im Unglück.

Aus der Entlassung lernen

So wie Markus Rentsch. Der heute 47-Jährige erhielt seine Kündigung im Frühjahr 2009. Damals arbeitete er als Vertriebsleiter bei einem Großkonzern, verhandelte mit seinem Chef gerade über seine variablen Gehaltsbestandteile – bis dieser ihm zum Ende des Gesprächs mitteilte, künftig ohne ihn zu planen.

Rentsch heißt eigentlich anders, will seinen wahren Namen aber nicht in der Öffentlichkeit lesen – auch, weil er sich durch die Entlassung lange stigmatisiert fühlte. So wie er empfinden viele gekündigte Führungskräfte ihren Jobverlust als Niederlage, über die sie nicht öffentlich sprechen wollen. Selbst dann, wenn sie wie Rentsch inzwischen wieder eine feste Stelle gefunden haben – und andere Manager, denen es ähnlich ergeht, daraus eine Menge lernen können.


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