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Frauenförderung

Technische Berufe nicht nur für Männer

Zeit.de
Ein Projekt bringt Frauen in technischen Berufen mit Schülerinnern zusammen. Gemeinsam sollen sie Wege finden, klassische Männer-Jobs für Frauen attraktiver zu machen.
TechnikerinNur wenige Frauen studieren ingenieurwissenschaftliche Fächer. Foto: Siemens

In einer Männerdomäne zu Hause

Annabell Wosnitza ist eine Frau in einer Männerdomäne. Die 30-Jährige arbeitet als IT-Systemkauffrau bei der Firma Phoenix in Blomberg. Das Unternehmen stellt elektronische Bauteile her. Wenn Annabell Wosnitza Schülerinnen erklärt, was ihr Arbeitgeber macht, schaltet ein Großteil der Mädchen ab. Noch desinteressierter sind sie, wenn die 30-Jährige über ihren Job als IT-Systemkauffrau spricht.

Elektronik, Ingenieurswissenschaften und IT finden viele Mädchen langweilig. Kein Wunder, dass es nur wenige Frauen gibt, die später in diesen Bereichen arbeiten. Trotz Mädchenförderung sind gerade einmal zehn Prozent aller Studenten in ingenieurswissenschaftlichen Fächern weiblich, der Frauenanteil unter Mathematikern und Physikern beträgt 15 Prozent.

Die besten Jobs von allen


Auch für eine Ausbildung in einem MINT-Beruf, also Jobs, die mit Mathematik, Ingenieurswissenschaften, Naturwissenschaften und Technik zu tun haben, interessieren sich Mädchen kaum. Doch es wäre zu einfach, schlicht auf ein natürliches Desinteresse der Mädchen zu schließen.

Job-Darstellung spricht Mädchen nicht an

Studien legen nahe, dass die Crux in der Darstellung dieser Berufe liegt. Sie spricht Mädchen oft nicht an. Meist werden die Jobs sehr technisch dargestellt, die Vielfältigkeit wird kaum transportiert. In Werbebroschüren und in den Berufsinformationsblättern sind zumeist Männer zu sehen.

Annabell Wosnitza möchte das ändern und nimmt als Botschafterin an einem Modellprojekt im Rahmen der Bundesinitiative zur Gleichstellung von Frauen in der Wirtschaft teil. Ziel des Projekts "MINTrelation" ist es, Mädchen für MINT-Berufe zu begeistern und gleichzeitig Frauen zu fördern, die bereits in solchen Berufen arbeiten. Finanziert wird das Projekt von der EU und dem Bundesarbeitsministerium.

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