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Karrieretipps für Ingenieure

Techniken zur Jobsuche

von Kerstin Dämon, wiwo.de
Nie waren die Karrierechancen für Ingenieure besser als heute. Sowohl Mittelstand als auch Großkonzerne suchen kluge Köpfe. Wo Ingenieure den perfekten Arbeitgeber finden und wie sie sich am besten präsentieren.
Ingenieure sind heiß begehrt: Wer einen entsprechenden Abschluss hat, kann sich seinen Job quasi aussuchen. Trotzdem ist diese umkämpfte Spezies offenbar unsicher, wie sie an den Traumjob kommen soll.

Bei der Karrieremesse für stellensuchende und wechselwillige Ingenieurinnen und Ingenieure des Branchenverbandes VDI in Düsseldorf tummelten sich zahlreiche junge Männer und vereinzelt ein paar Frauen mit ihren Bewerbungsunterlagen. Wer wollte, konnte direkt vor Ort sein Bewerbungsfoto schießen lassen, Profis boten sich an, die Bewerbungen noch einmal auf Vollständigkeit und Fehler zu überprüfen. Die Unsicherheit der Young Professionals ist groß. Entsprechend stark war auch der Andrang bei Vorträgen über Business-Etikette und stilsicheres Auftreten oder das Aufbauen eines Karrierenetzwerkes. Denn nach dem Studium steht eben nicht mehr nur das technische Wissen im Vordergrund, sondern auch die ganzen weichen Faktoren, mit denen sich Geisteswissenschaftler – je nach Fachrichtung – mehrere Semester lang täglich beschäftigen.

Deutschland, das Land der Ingenieure?

Trotzdem: Ingenieure werden händeringend gesucht, während sich die Soft Skill-Experten in der Fachkräftediskussion oft anhören dürfen, warum sie denn nichts naturwissenschaftliches oder technisches studieren. Erst am Mittwoch veröffentlichte das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) seinen "Mint-Frühjahrsreport 2015". Demnach fehlen den Unternehmen in Deutschland derzeit mehr als 137.000 Arbeitskräfte mit technischem, IT-, naturwissenschaftlichem oder mathematischem Abschluss. So groß war der Bedarf seit Dezember 2012 nicht mehr. Laut Marco Dadomo, Pressesprecher des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI), blieben im vergangenen Jahr 66.000 Ingenieursstellen in Deutschland unbesetzt. Dem VDI zufolge gehen in Zukunft weitere 40.000 bis 50.000 Ingenieure pro Jahr in Rente. Gemäß einer Studie des Branchenverbandes zusammen mit dem IW waren schon im Jahr 2011 mehr als 35 Prozent der erwerbstätigen Ingenieure über 50 Jahre alt. Im Vergleich zu allen anderen europäischen Staaten sind die deutschen Ingenieure damit die ältesten.

"Wir müssen unsere Kinder, insbesondere die Mädchen, mehr für Technik und Technik-Berufe begeistern – am besten schon ganz früh. Zudem brauchen wir auch ausländische Ingenieure, egal ob sie in Deutschland oder woanders ausgebildet wurden", mahnte VDI-Präsident Udo Ungeheuer deshalb beim 27. Deutschen Ingenieurtag in Düsseldorf.

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