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Karriere-Atlas 2008

Stuttgart: Wachstum im Musterländle

André Schmidt-Carré
Wenn Deutschlands Top-Regionen besprochen werden, darf Stuttgart nicht fehlen. In wirtschaftlicher Hinsicht war Stuttgart schon immer der Maßstab für erfolgreiches Wachstum.
Stuttgart: Die Uni hat einen hervorragenden RufFoto: © Phototom - Fotolia.com
In der Landeshauptstadt Baden-Württembergs werden nicht die großen politischen und kulturellen Trends geboren, über die ganz Deutschland spricht. Der Frauenanteil an den Fach- und Führungskräften ist - wie fast überall in Süddeutschland - gering und freiberufliche Künstler gibt es, verglichen mit den meisten anderen Großstädten, auch nur wenige. In wirtschaftlicher Hinsicht aber war Stuttgart schon immer der Maßstab für erfolgreiches Wachstum. Im Karriere-Atlas landet die Stadt auf dem fünften Platz.Weltbekannte Autohersteller wie Daimler und Porsche sitzen dort, die Zulieferer Bosch, Eberspächer und Beru haben nur wenige Kilometer entfernt ihre Firmenzentrale und der Weltmarktführer für Kettensägen, Stihl, findet sich im benachbarten Waiblingen. Mit IBM hat zudem einer der größten globalen IT-Konzerne sein deutsches Hauptquartier in Stuttgart bezogen. Dazu kommen 1 500 mittelständische Unternehmen in der Region.

Die besten Jobs von allen

Die Exportquote der Industrie liegt im Durchschnitt bei über 50 Prozent, viele Unternehmen liefern sogar mehr als 80 Prozent ihrer Güter ins Ausland. Diese Ansammlung von hochkarätigen Arbeitgebern bleibt nicht ohne Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. Jobs gibt es in Stuttgart zur Genüge. In den Top Ten unserer Studie findet sich keine andere Stadt, die eine ähnliche Arbeitslosenquote bei den Denkern und Lenkern vorweisen kann: 1,2 Prozent. Der akademische Nachwuchs lernt an der Universität Stuttgart, die ebenso wie die Uni Hohenheim einen hervorragenden Ruf hat.Die Menschen identifizieren sich mit der Region, nicht von ungefähr fährt jeder Porsche mit dem Schwarzen Pferd auf goldenem Grund das städtische Wappen im Markenemblem spazieren. Einst galten die fleißigen Schwaben als spießig, heute spricht man gerne vom „Musterländle". Und so spießig können die Schwaben nicht sein. Immerhin lässt auch die Stuttgarter Hip-Hop-Szene von sich hören. Gruppen wie „ Die Fantastischen Vier" gehören zum Stamm deutscher Musikprominenz. Deshalb würdigt die städtische Wirtschaftsförderung die 1 500 Bands der Region mit einem „Popbüro" - eine Erfindung, die es so bislang nur in Stuttgart gibt. Wahrscheinlich wird auch diese Idee zum Exportschlager.Zurück zum Haupttext:München, Jena, Berlin: Die Top-Regionen in Deutschland
Dieser Artikel ist erschienen am 30.10.2008

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