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Spielervermittler

Strippenzieher für Sportlerkarrieren

Markus Schleufe, Zeit.de
Der Ruf von Spielerberatern ist schlecht, der Verdienst dafür umso besser – wenn sie erfolgreich sind.
FußballFoto: J. Konrad/Pixelio

Mehr als nur Vermitteln

Sie ziehen die Fäden im Hintergrund, beraten bei Vertragsverhandlungen und steuern die Karriere ihrer Klienten. Im Profisport ist der eigene Spielervermittler, auch Spieleragent oder Spielerberater genannt, längst Standard. "Am häufigsten vertreten ist die Branche in Deutschland im Profifußball, das beginnt schon in der dritten Liga. Auch im Handball, Eishockey oder im Motorsport geht nichts mehr ohne Spielervermittler", sagt Bernhard Schmeilzl, Vorstandsvorsitzender des Berufsverbands der Spielervermittler und Sportmanager e.V.
 
Das Aufgabengebiet von Spielerberatern beschränkt sich streng formal auf die Maklertätigkeit. Die Agenten vermitteln zwischen Sportler und Clubs, bis ein Vertrag unterschrieben ist. Soweit die Theorie. "Streng genommen dürfen Spielervermittler nur vermitteln. In der Praxis überschreiten viele ihr eigentliches Aufgabengebiet und handeln auch Gehälter aus", sagt Schmeilzl.

Generell halte es die Branche nicht ganz so streng mit den Vorschriften. So sei es durchaus Usus, ganze Verträge aufzusetzen, Rechtsberatung oder Vertragsprüfungen anzubieten. Einige kümmern sich sogar um die PR-Arbeit und um Sponsoren.

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Zugangshürden für die Tätigkeit des Spielervermittlers gibt es keine. Zwar schreibt der Weltfußballverband Fifa für den Profifußball in Deutschland eine Lizenz vor, dennoch bieten ungefähr 70 Prozent der rund 1500 in Deutschland agierenden Spielervermittlungsagenturen ihre Dienstleistung ohne Lizenz an.

Lizenz ist vorgeschrieben - aber nicht notwendig

"Eigentlich dürften Clubs nicht mit einem nicht lizenzierten Spielervermittler verhandeln. Hat der Agent allerdings einen Klienten, den ein Club unbedingt haben will, so wird auch mit diesem Berater verhandelt", sagt Schmeilzl. Zwar könne das Ausüben der Vermittlertätigkeit ohne Lizenz theoretisch eine Strafe nach sich ziehen, in der Praxis komme das allerdings nicht vor.

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