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Meine Chancen

Stellenmarkt auf dem Weg der Besserung

Anne Koschik
Die Stellenbörsen haben wieder etwas zu bieten. Vor allem für solche Bewerber, die auch selber etwas bieten können: neben sehr guten Noten vor allem Fremdsprachen-Kenntnisse und ökonomisches Verständnis. Aktuelle Studien belegen, dass der Bedarf an Juristen bis zum Jahr 2020 deutlich wachsen wird. Speziell für Einsteiger in den Job sind das gute Anzeichen, dass es aufwärts geht.

Um Bewerber mit Prädikatsexamen ist der War for Talents bereits voll entbrannt, speziell in den großen Wirtschaftskanzleien. Das macht inzwischen auch der Justiz zu schaffen, die sich um den Richternachwuchs sorgt. "Früher hieß es: Die Besten werden Richter. Heute werden die Besten in Großkanzleien gelockt", erklärte jüngst NRW-Justizminister Thomas Kutschaty. Insbesondere Landgerichte sind deswegen daran interessiert, mit Unis zu kooperieren.

In den nächsten Jahren wird der Bedarf an Juristen weiter wachsen – bis 2020 um 173.000 Studenten, wie eine Studie der Bertelsmann-Stiftung über die Folgen der Globalisierung für den deutschen Arbeitsmarkt ergeben hat. Probleme gibt es in der Branche derzeit noch mit dem Bologna-Prozess: Der deutsche Bachelor-/Masterabschluss hat sich bislang nicht durchgesetzt und wird es weiterhin schwer haben, schätzen Experten. Mühsam bleibt es auch für selbstständige Rechtsanwälte: Sie kämpfen gegen eine Konkurrenz, die in den letzten zehn Jahren um 50 Prozent auf über 153.000 gewachsen ist.

Quelle: Stat. Bundesamt



Die besten Jobs von allen

Auch Young Professionals dürfen wieder hoffen: Die Nachfrage nach Juristen mit Berufserfahrung steigt – wichtig ist jedoch der Nachweis spezieller Zusatz-Kenntnisse, wie Fremdsprachen, Ökonomie, IT, die heute sowohl Wirtschaftskanzleien als auch Großunternehmen von ihren Bewerbern unisono verlangen. Bedarf gibt es aktuell genügend, wie auch eine Umfrage der Wirtschaftswoche belegt: 70 Prozent der dort befragten Firmen und Anwaltssozietäten gab an, Juristen einstellen zu wollen. Neben den großen Kanzleien sind das vor allem Beratungs- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften sowie Unternehmen im Finanzwesen bzw. Versicherungen.Gefragte Qualifikationen:
In Wirtschaftskanzleien
  • Prädikats- bzw. überdurschnittliche Examina + passende Ausbildungsschwerpunkte/Spezialisierungen/Fachanwalt
  • Exzellente Englischkenntnisse, möglichst auch mit Auslandserfahrung
  • Zusatzqualis: Promotion/LL.M. gerne gesehen
  • Höchste Ansprüche an eigene Leistung
  • Durchsetzungsvermögen
  • Unternehmerisches Denken

    • In Unternehmen
    • Prädikatsexamen (mindestens befriedigend)
    • Gute Englischkenntnisse, gerne auch weitere Fremdsprache (Französisch, Niederländisch, Chinesisch)
    • Spezialisierung: sehr häufig Arbeitsrecht, Gesellschaftsrecht, Energierecht, Handels- oder Patentrecht
    • Ökonomisches Verständnis
    • IT- bzw. SAP-Kenntnisse, Promotion, LL.M.
    • Kommunikative Fähigkeiten
    • Teamsinn
    • Durchsetzungsvermögen
      • Quelle: Jobturbo/Eigene Recherche

        Wo werden Juristen gesucht?

        München, Frankfurt und Düsseldorf– das sind die Städte, in denen zurzeit am meisten Unternehmen nach Juristen suchen. Hier sind die Büros der großen Wirtschaftskanzleien und Beratungen, aber auch einige Konzernzentralen zu finden. Betrachtet man die Regionen, so gibt es neben dem Rhein-Main-Gebiet auch viele Stellen im Rhein-Ruhr-Gebiet zu besetzen.

        Regionen mit den meisten Job-Angeboten für Juristen
        Grafik: karriere.de
        Top Five: Kanzleien, die einstellen
        Bei den aktuellen Stellenausschreibungen sind dies die Spitzenreiter:

        • 1) Hogan Lovells
        • 2) CMS Hasche Sigle
        • 3) Beiten Burkhardt
        • 4) Nörr Stiefenhofer Lutz
        • 5) Taylor Wessing
        Quelle: Jobturbo

        Top Five: Unternehmen, die einstellen
        Bei den aktuellen Stellenausschreibungen sind dies die Spitzenreiter:

        • 1) Ernst & Young
        • 2) KPMG
        • 3) Siemens
        • 4) PWC
        • 5) CSC Computer Science Corporation
        Quelle: Jobturbo

        Doch wie groß ist die Chance, in diesen Städten einen Job zu ergattern?
        Eine Analyse der Suchanfragen in Jobbörsen, Zeitungen, Zeitschriften, der Bundesagentur für Arbeit sowie in Unternehmensportalen gibt Auskunft, wo es die meisten  und wo es die wenigsten – Mitbewerber gibt. > Hier lauert die Konkurrenz



        Dieser Artikel ist erschienen am 31.03.2011

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