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Trends sorgen für einen ganz neuen Bedarf an Fachkräften
Foto: Tommaso Lizzul / Fotolia.com
Jobtrends in der IT-Branche

Stars von morgen: Cloud-Architekten und Data Artists

Kerstin Dämon, wiwo.de
Unter den zehn meistgesuchten IT-Jobs sind gleich vier, die sich um Big Data drehen. Welche Tech-Jobs im Jahr 2020 gefragt sein werden, zeigt eine Studie.
Megatrends wie Big Data, Cloud Computing und das Internet der Dinge verändern nicht nur Anforderungen an Unternehmen. Sie sorgen auch für einen ganz neuen Bedarf an Fachkräften. Schon jetzt haben IT-Experten die besten Karriere-Aussichten, wie eine Analyse der Mitgliederdaten der Karriereplattform Linkedin zeigt. Demnach können sich IT-Fachkräfte ihre Jobs aussuchen – und stehen auf der Liste der begehrten Experten noch vor Managern, Ärzten oder Naturwissenschaftlern.

Welche IT-Spezialisten in Zukunft konkret gefragt sein werden, wollte der Personaldienstleister Hays wissen und ließ 340 Entscheider aus der IT-Branche befragen.

Eines der Ergebnisse: Weder Cloud-Architekten noch Security-Spezialisten müssen sich um ihre Zukunft Sorgen machen. 73 Prozent der Befragten brauchen diese Experten jetzt und auch in Zukunft am dringendsten. Schließlich landen immer mehr Daten in der Wolke, die muss also jemand bauen können. Genauso wichtig ist, das nur die an die Daten kommen, die dazu auch berechtigt sind. Gute Zeiten also für die digitalen Sicherheitsexperten.

Komplexe Daten übersichtlich aufbereiten

Neben dem Erschaffen und Bewachen von digitalen Räumen wird ein weiteres digitales Arbeitsfeld immer wichtiger: das Analysieren und Aufbereiten von Kunden- Mitarbeiter-, Bewegungs- und sonstigen Daten, die die Menschheit Tag für Tag produziert. Der richtige Einsatz und das Managen und Visualisieren von Daten wird zum entscheidenden Teil der Wertschöpfungskette – nicht nur in IT-Unternehmen. "Das Berufsbild des Datenanalysten tritt aus dem Schatten der IT und wird zum strategischen Mittel," sagt Oliver Wippich, Department Manager Recruitment bei Hays.

Entsprechend gaben 58 Prozent der IT-Experten an, dass es in Zukunft ohne Data Artists beziehungsweise Data Visualizer nicht mehr funktionieren werde. Aufgabe dieser Fachkräfte ist es, die Daten-Auswertungen so zu präsentieren, dass sie das Management versteht. Salopp gesagt, verwandeln diese Künstler komplexe Daten in anschauliche Diagramme.

Auf der Begehrlichkeitsskala dicht dahinter folgen die Berufsbilder des Data Scientist mit 56 Prozent sowie des Data Architect (52 Prozent). Die Aufgabe des Daten-Wissenschaftlers ist es, die vorhandenen Daten eines Unternehmens zusammenzutragen, um sie anschließend auszuwerten. Dazu bedient er sich verschiedener Analysetools und programmiert Abfragen, damit der Datenwust auch die richtigen Antworten preisgibt. Je nach Größe des Unternehmens ist er aber nicht nur für die Auswertung der Daten zuständig, sondern entwickelt aus den gewonnenen Informationen auch selbst Ideen für neue Geschäftsmodelle und strategische Konzepte. Das alles würde jedoch nicht funktionieren ohne den Data Architect, der die Big Data-Infrastruktur plant und baut.

Kreativität spielt keine untergeordnete Rolle mehr

Bei vielen dieser IT-Jobs spielt Programmierkenntnis eine eher untergeordnete Rolle. Gerade der Data Artist und der Data Scientist sitzen mehr in Meetings mit Marketing, Vertrieb, HR oder Controlling als in der IT-Abteilung. Auch die Hays-Studie zeigt, dass die Arbeitgeber nicht mehr nach Nerds mit beeindruckendem Fachwissen suchen. Kreativität spiele eine immer größere Rolle. "Mindestens die Hälfte aller IT-spezifischen Stellenanzeigen sind heute so angelegt, dass Bewerber mit schnellen Entscheidungen zurecht kommen müssen," so Wippich. Anpassungsfähigkeit wird zum Einstellungskriterium.

Entsprechend sinkt die Nachfrage nach IT-Jobs, die durch wenig Agilität bestechen – oder die durch die zunehmende Automatisierung obsolet werden. Dazu gehören laut Studie der Leiter Rechenzentrum oder auch der Service-Techniker. Diese brauchen in Zukunft weniger als ein Drittel der IT-Unternehmen.


Zuerst veröffentlicht auf: wiwo.de

Dieser Artikel ist erschienen am 21.04.2017

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