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Fachkräfte gewinnen: Mit diesen Stärken klappt's! Zur Wohlfühlkultur kann auch ein gutes Frühstück beitragen.
Fachkräfte gewinnen: Mit diesen Stärken klappt's! Zur Wohlfühlkultur kann auch ein gutes Frühstück beitragen.Foto: belahoche/Fotolia.com
Fachkräfte gewinnen

Stärken, mit denen Sie überzeugen!

Teil 3: Fachkräfte aus dem Ausland

Sie herzuholen ist aber nicht einfach, wie Betke regelmäßig feststellen muss: Das deutsche Konsulat in Istanbul sei nur per Fax zu erreichen, erzählt der Gründer. Andere Behörden krümmen keinen Finger, wenn im Antrag der Firmenstempel fehlt. Einmal hat Betke gar einen Bundestagsabgeordneten eingeschaltet, weil sich Auswärtiges Amt, eine Botschaft und eine Ausländerbehörde die Zuständigkeiten zugeschoben haben, obwohl es eine feste Jobzusage gab. "Start-ups müssen sich nach wie vor mit sehr viel Bürokratie herumschlagen, wenn sie Fachkräfte aus dem Ausland holen wollen", sagt Betke.

Mangelberufe ermöglichen Einreise

Die Blaue Karte EU, unter Gründern geläufig als Blue Card, soll die Vermittlung von Fachkräften aus Nicht-EU-Ländern erleichtern. Erfunden hat sie die Europäische Union im Jahr 2009, seit 2012 wird sie von den deutschen Ausländerbehörden ausgestellt. Um sie zu erhalten, müssen die Antragsteller einen Hochschulabschluss sowie einen Arbeitsvertrag und ein Bruttogehalt von mindestens 47.600 Euro vorweisen. Ausnahme: Bei IT-Profis, Ingenieuren, Ärzten und Naturwissenschaftlern genügt ein Jahresgehalt von 37.128 Euro – denn in diesen sogenannten "Mangelberufen" sind Spezialisten besonders knapp.

Anfangs wurde die Blaue Karte kaum nachgefragt, doch sie wird immer populärer: Seit August 2012 sind nach Angaben des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge rund 16.000 Beschäftigte damit eingereist – etwa die Hälfte davon übte einen "Mangelberuf" aus. Fast jeder Vierte kam aus Indien, es folgen China, die Russische Föderation und die USA, außerdem Konfliktstaaten wie die Ukraine, Syrien und Ägypten. Allein im Start-up-Mekka Berlin wurden im ersten Quartal dieses Jahres rund 206 Blaue Karten verteilt – fast halb so viele wie im gesamten Jahr 2013.

Der deutsche Startup-Markt


Eine dieser Blauen Karten hat die Ausländerbehörde kürzlich Marcelo Leite ausgestellt. Seine Geschichte zeigt, was Gründer unternehmen, damit ihr Start-up nicht wegen fehlender Mitarbeiter eingeht. Der 34-Jährige kommt aus Brasilien, hat dort Informatik studiert und bereits für vier verschiedene Softwarefirmen gearbeitet. Bis er anfing, sich nach Jobs in Deutschland umzusehen.

"Vor fünf Jahren wollten wir noch in die USA ins Silicon Valley", sagt Leite, "inzwischen wollen alle nach Berlin, weil es eine tolle Stadt mit vielen guten Jobs in interessanten Start-ups gibt."

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