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Fachkräfte gewinnen: Mit diesen Stärken klappt's! Zur Wohlfühlkultur kann auch ein gutes Frühstück beitragen.
Fachkräfte gewinnen: Mit diesen Stärken klappt's! Zur Wohlfühlkultur kann auch ein gutes Frühstück beitragen.Foto: belahoche/Fotolia.com
Fachkräfte gewinnen

Stärken, mit denen Sie überzeugen!

Teil 2: Entwicklung braucht Entwickler

Denn das Problem kann nicht nur Start-ups den Garaus machen, bevor sie richtig loslegen. Es bremst auch wachsende Unternehmer aus. Robert Freudenreich und Andrea Pfundmeier etwa, die 2013 den WirtschaftsWoche-Gründerpreis gewonnen haben. Ihnen wurde jetzt ein Entwickler gezielt abgeworben – im Kampf um Talente keine Seltenheit. 

Fortschritt nur mit Entwicklern

Und selbst etablierte und erfolgreiche Unternehmen leiden unter dem Mangel, wie Malte Siewert bestätigen kann: Er hat 2005 in Düsseldorf Trivago gegründet – ein Internet-Portal für die Suche nach den besten und günstigsten Hotels. Seitdem ging es für das Unternehmen kontinuierlich bergauf: Trivago setzte allein 2012 rund 100 Millionen Euro um und machte acht Millionen Euro Gewinn. Rund 60 IT-Experten hat Siewert derzeit an Bord, 14 weitere würde er sofort einstellen – wenn er denn geeignete Kandidaten hätte. "Zu keinem Zeitpunkt seit unserer Gründung hatten wir genug Entwickler", sagt Siewert, "manche Projekte haben deswegen eineinhalb Jahre länger gedauert als geplant."

Ivo Betke will Unternehmen dabei helfen, dass es zu solchen Verzögerungen nicht kommt. Mit seinem Berliner Start-up Webcrowd vermittelt er seit drei Jahren Internet-Fachkräfte, vor allem an andere Start-ups. Nemad Simic zum Beispiel hat er zu seinem aktuellen Job verholfen. "Meistens müssen die Unternehmen um den Kandidaten buhlen", sagt Vermittler Betke, "nicht umgekehrt."

In Fachkräfte investieren

Der 29-Jährige kennt die Szene. Er weiß, wer gerade wen sucht und wie viel IT-Experten verdienen: Junior-Entwickler könnten mit rund 42.000 Euro Einstiegsgehalt rechnen, manche Experten sogar mit dem Dreifachen. "Wer weniger als 65.000 Euro bieten kann, muss sich schon sehr anstrengen gute Leute zu kriegen", sagt der Gründer, der sich eine erfolgreiche Vermittlung mit 20 Prozent des Jahresgehalts entlohnen lässt. Die Nachfrage gibt das allemal her: Betke schätzt, dass es allein in Berlin aktuell rund 1000 offene IT-Stellen gibt.

Deswegen sucht Betke auch dort ganz gezielt nach Fachkräften, wo das Angebot größer, der Lohn niedriger und die Ausbildung ähnlich gut ist: In Ländern wie Spanien, Portugal, Russland oder Indien. Jeder zweite Kandidat, den Webcrowd vermittelt, kommt inzwischen aus dem Ausland. Dabei hilft Betke sein Netzwerk: Kürzlich etwa habe er ein ganzes Programmiererteam in Armenien aufgetan, weil dort ein Unternehmen Stellen streichen musste.

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