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Fachkräfte gewinnen: Mit diesen Stärken klappt's! Zur Wohlfühlkultur kann auch ein gutes Frühstück beitragen.
Fachkräfte gewinnen: Mit diesen Stärken klappt's! Zur Wohlfühlkultur kann auch ein gutes Frühstück beitragen.Foto: belahoche/Fotolia.com
Fachkräfte gewinnen

Stärken, mit denen Sie überzeugen!

Jens Tönnesmann , wiwo.de
Fachkräfte wie Entwickler, Programmierer und Ingenieure sind essenziell für den Erfolg junger Unternehmen. Um sie zu finden und zu binden, müssen Gründer nicht unbedingt viel Geld in die Hand nehmen – manchmal hilft auch ein gutes Frühstück.
Wenn Nenad Simic von seiner Karriere erzählt, fällt früher oder später der Begriff Odyssee. Seinen Plan, als Musiker Geld zu verdienen, hatte er schon vor Jahren aufgegeben – weil er davon kaum leben konnte. Auch sein vor drei Jahren gegründetes Start-up beerdigte der Mathematiker bald wieder – ihm fehlte das nötige Businesswissen.

Stattdessen konzentriert sich der 36-Jährige heute auf das, was er am besten kann: Er programmiert Apps für Smartphones und Tablet-PCs. Damit verdient er mehr als mancher Arzt oder Rechtsanwalt. Permanent erhält er neue Jobangebote und wechselt seine Stellen wie andere Menschen ihr Outfit.

Wer begehrt ist, kann wählerisch sein

Allein in den vergangenen drei Jahren hat er bei einer Handvoll Berliner Internet-Start-ups gearbeitet. Nicht er muss die Probezeit überstehen – sondern sein Arbeitgeber. "Wenn das Unternehmen schwächelt", sagt Simic, "dann ist es an der Zeit, sich wieder umzuschauen."

Fachkräfte wie Nenad Simic sind knapp und begehrt, sie können sich ihre Jobs aussuchen. Ohne sie geht in Internet-Unternehmen nichts. Laut einer aktuellen Studie der Wirtschaftsberatung EY klagt jedes dritte Start-up in der Gründungsphase über Fachkräftemangel; unter den etablierten ist es sogar jedes zweite.

Start-ups in Gefahr

Eine Umfrage des Markt- und Meinungsforschungsinstituts YouGov hat ergeben, dass jedes fünfte deutsche IT-Unternehmen in den vergangenen zwei Jahren Aufträge ablehnen musste, weil Fachkräfte fehlten. Der Branchenverband Bitkom meldete bereits vor zwei Jahren, dass der Fachkräftemangel die IT-Branche rund elf Milliarden Euro jährlich koste, und zählte Ende 2013 rund 39.000 unbesetzte Stellen für IT-Experten.

"Der Mangel an Fachkräften ist für das ganze Start-up-Ökosystem ein großes Problem", sagt Florian Nöll, Vorsitzender des Bundesverbands Deutsche Start-ups. Auch der Beirat Junge Digitale Wirtschaft beim Bundeswirtschaftsministerium ist alarmiert und fordert, mehr Fachkräfte auszubilden – damit der Mangel an Spezialisten nicht zum größten Standortnachteil im Zeitalter der Digitalisierung wird.

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