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Öffentlicher Dienst

Staatslaufbahn: Karrierewege für Beamte

Stefani Hergert
Der öffentliche Dienst ist bekannt für seine festgelegten Strukturen. Doch nun kommt Bewegung in die Beamten-Ausbildung: Bisher war für den Einstieg in den höheren Dienst ein Universitätsstudium Vorraussetzung, dank Bologna reicht nun auch ein Mastertitel von der Fachhochschule.
Verstaubte Klischees bestimmen die Beamten-AusbildungFoto: © Harald07 - Fotolia.com
Alt, verstaubt und unbeweglich? Zumindest im Beamtenrecht und in der Ausbildung ändert sich gerade einiges. Jahrzehntelang wurden Beamtenbewerber bei Kommunen, Ländern und dem Bund brav auf vier Laufbahnen verteilt, beginnend beim einfachen über den mittleren, den gehobenen bis zum höheren Dienst. Nur besonders gute Mitarbeiter im öffentlichen Dienst konnten aus einer niedrigeren Laufbahn in eine höhere wechseln.Die norddeutschen Länder kennen seit kurzem nur noch zwei Laufbahnen - eine für Hochschulabsolventen, eine für alle ohne Studium. Bei allen anderen gilt: Für die Königsdisziplin, den höheren Dienst, war bisher ein Universitätsstudium Pflicht.

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Mit dem Abschluss einer FH stand "nur" die Tür zum gehobenen Dienst offen. Bologna sei Dank: Wer sich nun mit dem Mastertitel einer akkreditierten FH schmücken darf (und das sind so gut wie alle), dem steht auch der höhere Dienst offen. "Bologna hat ein Zweiklassensystem abgeschafft", sagt Christoph Reichard, bis 2006 Professor für Public Management an der Universität Potsdam.Noch immer haben die Juristen das Monopol im höheren Dienst, auf sechs von zehn Stellen sitzt ein Volljurist. Wer Beamter im höheren Dienst werden will, muss nach dem Studium zunächst einen zweijährigen Vorbereitungsdienst hinter sich bringen.Verwaltungswissenschaften als Karriere-SprungbrettGroßer Vorteil der Juristen: Das Rechtsreferendariat vor dem zweiten Staatsexamen erfüllt genau diese Bedingung. In einigen Bundesländern werden Absolventen anderer Fächer durch zweijährige Wirtschafts- oder Baureferendariate geschleust. "Doch davon gibt es einfach zu wenig", klagt Reichard. Wer aber nach dem Abschluss mindestens drei Jahre gearbeitet hat, kann auch ohne Vorbereitungsdienst einsteigen.Wer in der Verwaltung Karriere machen will, kann auch Verwaltungswissenschaften studieren. Juristen können im Referendariat für ein Semester an die Deutsche Hochschule für Verwaltungswissenschaften in Speyer ("SpeyerSemester") gehen. Wer meint, dass er nach seinem Diplom- oder Masterabschluss in Jura, BWL, Politik oder einem anderen Fach Verwaltungswissen braucht, kann dort auch in einem einjährigen Aufbaustudium den "Magister der Verwaltungswissenschaften" draufsatteln.

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