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Für Gründer ist China ein Sprung ins kalte Wasser.
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Junge Gründer

Sprung ins kalte Wasser

Astrid Oldekop
Der fernöstliche Arbeitsmarkt ist attraktiv. Junge Deutsche machen sich fit für den Einsatz in China.
Das Handy als Armbanduhr, kombiniert mit einem Headset im Ohrring plus Kontaktlinsen mit integriertem Bildschirm – fertig ist das Smartphone der Zukunft. Als die deutschen Studenten mit einem chinesischen Ingenieur im Huawei-Entwicklungslabor in Shenzhen nach vier intensiven China-Wochen über neue Kommunikationsgeräte nachdachten, sprühte asiatische Experimentierfreude aus ihren Ideen. "Chinesen probieren viel mehr aus. Das steckt an. In Deutschland ist man viel skeptischer. Dort kommt ein Produkt erst auf den Markt, wenn es perfekt ist", sagt Claudia Hecht.

Die 24-jährige Elektrotechnikstudentin der RWTH Aachen ist eine von 14 Studenten, die am ersten "China Insights"-Programm des chinesischen Telekommunikationsausstatters Huawei teilgenommen haben. Das chinesische Unternehmen lädt den deutschen Ingenieurnachwuchs in die Volksrepublik ein, um ihm fernöstliche Kultur nahezubringen und frühzeitig für sich zu gewinnen.

Wichtigster Handelspartner

Deutschland ist in der EU Chinas wichtigster Handelspartner, und der deutsch-chinesische Arbeitsmarkt bietet interessante Chancen: Deutsche Unternehmen im fernen Osten und viele der rund 800 chinesischen Unternehmen in Deutschland wie Huawei, ZTE, Haier und Lenovo suchen Ingenieure, Wirtschaftswissenschaftler, Juristen, sogar Architekten.

Immer mehr Deutsche arbeiten mit Chinesen zusammen oder ziehen wegen eines Jobs in die Volksrepublik – schon 64 Prozent der deutschen Entscheider unterhalten intensive Wirtschaftsbeziehungen zu China, ergab eine TNS Infratest-Studie. Darüber hinaus "studieren immer mehr Deutsche in China", beobachtet Susanne Otte. Sie ist Programmleiterin beim Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD). Knapp 6 300 sind es derzeit.

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