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Vereinbarkeit von Sport und Job
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Unerkanntes Potenzial

Spitze im Sport und im Job

Claudia Panster
Spitzensport und Job zu vereinbaren, ist für Athleten fast unmöglich. Noch. Denn jetzt hat auch die deutsche Wirtschaft erkannt, dass sie von den spezifischen Talenten der Sportler profitieren kann. Eine Reihe neuer Initiativen setzt genau dort an.

Er ist ein unscheinbarer Typ. Mit hellblauem Hemd und beigefarbener Hose geht Florian Mennigen fast unter in der Menge der Telekom-Mitarbeiter, die das Foyer der Bonner Firmenzentrale passieren. Und genau das ist auch sein Ziel.

Bloß nicht auffallen, bloß nicht den Eindruck erwecken, er sei etwas Besonderes.

Dabei könnte es sich der 31-Jährige leisten. Gehört der Ruderer doch zu jenem fast legendären Deutschland-Achter, der nicht nur vier Jahre in Folge ungeschlagen blieb, sondern diese Serie im vergangenen August in London auch mit olympischem Gold krönte.

Straffes Programm

Bei seinem Arbeitgeber will der Wirtschaftspsychologe aber vor allem durch Leistung im Job auffallen, nicht durch sportliche Erfolge. Im Herbst hat er seine Sportkarriere beendet und ist vom Essener Energieerzeuger Steag zur Telekom nach Bonn gewechselt. Jetzt kann er sich ganz auf den Job konzentrieren.

Als Spitzensportler hat er meist von sieben bis neun Uhr in Dortmund trainiert, war von 10.30 bis 15 Uhr im Büro in Essen, um dann wieder zum Training zu fahren. Vor Olympia war das Programm noch straffer. "Beides zu 100 Prozent geht nicht", sagt er.

Doppelt erfolgreich

Genau das ist das Problem vieler deutscher Spitzensportler, die für ihre Siege und Medaillen gefeiert werden, sich aber schwertun, sportliche und berufliche Karriere zu vereinbaren. Dass man diese Talente besser unterstützen muss, haben Politik, Wirtschaft und die Sportverbände nach Olympia 2012 verstanden.

Damals war die Unzufriedenheit groß, als die deutsche Mannschaft statt der anvisierten 28 nur elf Goldmedaillen gewann. Etliche Initiativen sind seitdem entstanden.

"Wir sind dabei, Unternehmen für die Förderung von jungen Leuten zu gewinnen, die erst noch in den Spitzensport hineinwachsen", sagt Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich.


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