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Arbeitsrecht

Sommerhitze im Büro

dpa/karriere.de
Die Arbeit im stickig-heißen Büro kann im Sommer unerträglich werden. Ein Recht auf hitzefrei gibt es für Arbeitnehmer nicht. Der Arbeitgeber muss den Arbeitsplatz allerdings so einrichten, dass für die Gesundheit der Mitarbeiter keine Gefahr besteht.
Arbeitsmediziner halten 22 Grad Raumtemperatur für idealFoto: © Max Tactic - Fotolia.com
Auch wenn es im Büro oder Betrieb noch so heiß ist, mit hitzefrei darf kein Arbeitnehmer rechnen. „Es gibt arbeitsrechtlich kein hitzefrei“, sagt der Sprecher des Bundesarbeitsgerichts (BAG) in Erfurt, Christoph Schmitz-Scholemann. „Hitzefrei kommt in der gesamten Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts nicht vor.“Klare Vorschriften zu Höchst- oder auch Niedrigtemperaturen am Arbeitsplatz gibt es nach Aussagen des Richters nicht. Laut Paragraf 618 des Bürgerlichen Gesetzbuches sei der Arbeitgeber nur verpflichtet, den Arbeitsplatz so einzurichten, dass für das Leben und die Gesundheit der Arbeitnehmer keine Gefahr besteht.

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Konkrete Hinweise gibt dagegen die Arbeitsstättenverordnung. Sie fordert neben Arbeitspausen und Sanitäreinrichtungen auch eine „gesundheitlich zuträgliche Raumtemperatur“. Bei Arbeitsplätzen, die einer starken Hitzebelastung ausgesetzt sind, muss der Arbeitgeber im Rahmen seiner Möglichkeiten Abhilfe schaffen: Durch Rollos an Fenstern, kühle Getränke, früheren Arbeitsbeginn oder längere Pausen.Als noch angemessen gilt laut Schmitz-Scholemann eine Raumtemperatur von 26 Grad Celsius. „Der Arbeitnehmer kann aber nicht auf das Thermometer schauen und bei 26 Grad einfach die Arbeit niederlegen.“ Er könne dies auch nicht einklagen. „Das ganze Thema ist rechtlich etwas ungenau geregelt“, äußert der Arbeitsrichter. Das liegt an den unterschiedlichen Arbeitsverhältnissen. So herrschen im Stahlwerk 70 bis 80 Grad Celsius, im gläsernen Büroturm mit laufender Klimaanlage hingegen ist die Erkältungsgefahr groß.Arbeitsmediziner gehen von einer günstigen Raumtemperatur von 22 Grad aus. Mit jedem Grad höher sinkt nach ihren Studien die Arbeitsleitung um fünf Prozent. Menschen, die beispielsweise unter starken Kreislauf- oder Herzproblemen leiden, sollten sich ein Attest vom Arzt holen. Er muss ihnen bescheinigen, dass der Arbeitnehmer bei Temperaturen von über 29 Grad nicht arbeitsfähig ist.Einige Tipps für die Abkühlung:Wie bekommen Sie ein kühleres Büro?
Optimal ist eine Klimaanlage. Ärzte warnen allerdings davor die Klimaanlage zu kalt einzustellen, denn das kann Erkältungen hervorrufen. Sollte keine Klimaanlage vorhanden sein, sollte morgens gelüftet werden. Danach die Fenster schließen und verdunkeln, so bleibt die Wärme draußen. Auch die Verwendung von elektrischen Geräten kann die Temperatur erhöhen. Deshalb: Soweit wie möglich die Verwendung von elektrischen Gerächten vermeiden.
Wieviel sollten Sie bei der Hitze trinken?
Wer kann, der sollte auf seinen morgendlichen Kaffee und süße Getränke verzichten und gegen den Durst stattdessen zweieinhalb bis drei Liter Wasser, Tee und verdünnte Obst- und Gemüsesäfte  trinken. In der Mittagspause etwas leichte Kost für den hungrigen Magen. So steht man den Tag wach und fit bis zum Feierabend durch. 
Wie wird die Arbeit an heißen Tagen erträglicher?
Da das Schlafen an heißen Tagen kein Genuss ist, sollten Frühaufsteher die Gelegenheit nutzen und früher mit der Arbeit zu beginnen. Bestenfalls in heller, luftiger Kleidung aus Baumwolle. Ein paar kleine Pausen zwischendurch und schon ist der Arbeitstag erträglicher.
Was ist bei Arbeiten im Freien zu beachten?
Das Arbeiten im Freien ist an heißen Tagen nicht unbedingt Vergnügen. Man sollte sich vor der Arbeit gut eincremen, möglichst im Schatten arbeiten und dabei eine Mütze tragen. Möglicherweise sollten Sie Ihre Arbeit während der kühleren Tageszeiten verrichten und sich Zeit für längere Pausen nehmen.
Dieser Artikel ist erschienen am 05.07.2010

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