Das Portal von Handelsblatt und WirtschaftsWoche
Interview Arbeitsrecht

Social Network im Büro: „Kein Freifahrtschein zum Surfen ohne Limit“

Interview: Michael Brächer
Alexander Bredereck ist Fachanwalt für Arbeitsrecht in Berlin und Vorstand der Verbraucherzentrale Brandenburg. Im Interview erklärt er, was Mitarbeiter im Umgang mit Internet und sozialen Netzwerken beachten müssen.

Foto: RA Bredereck + Willkomm

Herr Bredereck, dürfen Mitarbeiter am Arbeitsplatz für private Zwecke das Internet nutzen?

Alexander Bredereck: Man ist nur auf der sicheren Seite, wenn der Arbeitsvertrag oder eine Betriebsvereinbarung die private Nutzung gestatten. Im Zweifel sollte man um Erlaubnis fragen – oder es lieber ganz sein lassen. Sonst riskiert man eine Abmahnung, im Wiederholungsfall oder bei exzessiver Nutzung auch die Kündigung. 

Die besten Jobs von allen
;

Ist eine solche Kündigung tatsächlich rechtens?

Foto: RA Bredereck + Willkomm
Bredereck: Das hängt vom Einzelfall ab. Aber es gibt viele Urteile, in denen Menschen wegen privater Internetnutzung ihren Job verloren haben. Die Rechtssprechung ist noch lange nicht gefestigt. 

Und wenn der Arbeitgeber die private Internetnutzung erlaubt?

Bredereck: Dann ist das noch lange kein Freifahrtschein zum Surfen ohne Limit. Man darf es nicht übertreiben. Wer stundenlang bei Facebook und Co. unterwegs ist, begeht wahrscheinlich Arbeitszeitbetrug. 



Die besten Jobs von allen


Fair Company | Initiative

 

Themen im Überblick