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Ablenkung am Arbeitsplatz
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Ablenkung am Arbeitsplatz

Social Media macht gefühlt unproduktiv

wiwo.de
Die Auswirkung der sozialen Medien auf die Arbeit ist noch kaum erforscht. Doch jetzt zeigt eine Studie: Die Nutzer selbst fürchten, dass sie dank Facebook weniger leisten.
Soziale Netzwerke machen unproduktiv. Das befürchten nicht nur besorgte Arbeitgeber, sondern offenbar auch die Nutzer selbst. Zu diesem Ergebnis kommt eine norwegische Forscherin just zu dem Zeitpunkt, da bekannt wird, dass Facebook mit einem neuen, speziell auf Unternehmen ausgerichteten Netzwerk das Arbeitsleben verändern möchte.

Die Psychologin Cecilie Schou Andreassen von der Universität Bergen in Norwegen befragte rund 11.000 norwegische Angestellte, rund die Hälfte davon in Führungspositionen. Und die berichten, sofern sie sich in der Arbeitszeit in sozialen Netzwerken tummeln, dass sie glauben, dies mache sie weniger produktiv. Es könnte also sein, dass die sozialen Netzwerke dem Wohl der Unternehmen schadeten. 

Aussagekraft der Studie

Aber: Die in der Fachzeitschrift "Comprehensive Psychology" veröffentlichte Studie erhebt keinen Anspruch darauf, objektive Produktivitätseinbußen feststellen zu können. Es geht nur um das Selbstbild der Angestellten. Dass diese glauben, durch Facebook-Aktivitäten unproduktiver zu werden, muss nicht bedeuten, dass sie es tatsächlich sind. Andreassen räumt selbst ein, dass die Effekte möglicherweise so gering seien, dass sie für die Unternehmen "ohne praktische Bedeutung" blieben.

Die private Nutzung des firmeneigenen Rechners ist in den meisten Firmen eine Grauzone. Sehr viele Angestellte tun es wohl zumindest gelegentlich. Nach existierenden Umfragen nutzen vier von fünf Büroangestellten gelegentlich soziale Medien zu privaten Zwecken. In den wenigsten Fällen wird es geahndet, sofern es nicht um Pornografie oder andere verwerfliche Aktivitäten geht. Bei Microsoft Deutschland, Bosch und einigen anderen Unternehmen sind Privataktivitäten seit einiger Zeit auch offiziell gestattet.

Erstaunlicherweise gibt es bisher kaum Studien zu den Folgen der sozialen Medien für die Arbeitsproduktivität. Objektive Daten über die Nutzung und erst recht über Produktivitätseinbußen zu sammeln, dürfte sehr schwierig sein.

Unterforderte Dauersurfer

In einer vorangegangenen Studie hat Andreassen immerhin schon mal einige Faktoren herausgestellt, die für eine besondere Facebook-Affinität sprechen: Männlich, jung, alleinstehend, höher gebildet, außerdem extrovertiert, eher neurotisch und weniger pflichtbewusst.

Daran kann der Arbeitgeber wenig ändern. Doch auch die Arbeitsbedingungen haben einen Einfluss auf die Netzwerknutzung, hat Andreassen festgestellt: Besonders eifrige Facebooker gaben an, dass sie von ihrer Arbeit nicht besonders herausgefordert seien.

Zuerst veröffentlicht auf wiwo.de
Dieser Artikel ist erschienen am 21.11.2014

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