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So gelingt die perfekte Rede
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Rhetorik im Job

So werden Sie zum Meisterredner

Kerstin Dämon, wiwo.de
"Durch Deutschland muss ein Ruck gehen", forderte Roman Herzog. Und Klaus Wowereit nannte Berlin "arm, aber sexy". Diese Reden sind im Kopf geblieben. Wie die perfekte Ansprache gelingt.
"Würden Sie jemandem vertrauen, der Dämon heißt?"

So sollte die Autorin dieses Textes eine Rede beginnen, rät Kommunikationsexperte und Verkaufstrainer Hans-Uwe Köhler. Damit wäre ihr nämlich die Aufmerksamkeit der Zuhörer sicher.

"Beginnen Sie mit einer Überraschung", so Köhler. "Jeder James-Bond-Film beginnt mit einer gewaltigen Explosion – und steigert sich dann". Genauso müsse es ein perfekter Redner auch tun. Schließlich sei es das Ziel einer Rede - und besonders des ersten Satzes, auf einen einzigen Schlag die gesamte Aufmerksamkeit aller Zuhörer zu fesseln. Dem stimmt auch die Opernsängerin und Stimmtrainerin Alexandra von der Weth zu. "Verzichten Sie auf Standardbegrüßungen. Erklären Sie nicht den Grund für Ihre Rede. Das weiß ohnehin jeder", sagt sie. Wenn von der Weth nicht auf der Bühne steht, bringt sie Managern bei, wie man Reden hält.

Keep it simple

"Die Rede ist immer noch eines der wirksamsten Führungsinstrumente", sagt Caroline Waldeck, Vizepräsidentin des Verbandes der Redenschreiber deutscher Sprache (VRdS). Doch offenbar scheuten sich sogar Konzernchefs, die Rede als solches zu nutzen. Denn auch bei den Top-Managern liegt in puncto Rhetorik oft noch einiges im Argen.

So versteckte sich beispielsweise Allianz-Chef Michael Diekmann bei einer Rede anlässlich einer Hauptversammlung hinter einem Riesenschachtelsatz. Er sagte: "Auch wenn sich diese Investitionen laut Internationaler Energie Agentur bereits innerhalb von zehn Jahren durch eingesparte Brennstoffkosten amortisieren lassen, stellt sich die Frage, wer das Geld für die dringend notwendigen Investitionen für die Energiewende, aber auch für Brücken und Straßen bereitstellen kann beziehungsweise soll."

Na, noch wach?

Besser machten es dagegen Peter Terium (RWE), Norbert Reithofer (BMW) und Timotheus Höttges (Deutsche Telekom). Sie haben 2014 die besten Reden auf den Hauptversammlungen der Dax 30-Unternehmen gehalten. Ihre Reden überzeugten nach Ansicht der Analystinnen und Analysten VRdS durch einen klaren Gestaltungsanspruch, gut verständliche Sprache, dramaturgisch geschickten Aufbau und nachvollziehbare Argumente. Passende rhetorische Stilmittel und anschauliche Beispiele rundeten den Gesamteindruck ab.

Eine emotionale Bindung herstellen

"Die guten Redner scheuten sich auch nicht, selbstkritische Töne anzuschlagen und Probleme und Versäumnisse klar zu benennen", so Waldeck. "Und sie wagten etwas, was viele Hauptversammlungsredner vermeiden: Sie ließen es menscheln und suchten die emotionale Verbindung zu ihren Zuhörerinnen und Zuhörern." Und darauf kommt es an.

Der Berufsverband für professionelle Redner, Trainer und Coaches, die German Speakers Association (GSA), hat vergangenen Freitag Menschen ausgezeichnet, die diese Tipps längst nicht mehr benötigen. Nach Hans-Dietrich Genscher, Margot Käßmann und Dieter Zetsche nahm der ehemalige Bundespräsident Roman Herzog den Deutschen Rednerpreis für seine "herausragenden rhetorischen Leistungen" entgegen. "Die Ruck-Rede hat in die damalige Situation hinein gepasst", so Herzog. "Normalerweise hören die Menschen sehr viel lieber, wenn man ihnen nach dem Mund redet. Es geht aber nicht darum, gegen den Strom zu schwimmen, es geht um Kritik."

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