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Wie Sie ein guter Chef werden
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Business Behaviour

So werden Sie ein guter Chef

Kerstin Dämon, wiwo.de
Von der Vorstellung, der perfekte Chef werden zu können, sollten Sie sich frei machen. Wie Sie immerhin ein guter Chef werden, erklärt Sachbuchautorin Christine Koller. Und schon das ist mitunter nicht einfach.
Was macht den perfekten Chef aus?

Den perfekten Chef gibt es nicht, aber einen guten Chef und der kann sich vor allem selbst führen: Er kennt seine Ziele und Wünsche, tritt für sie ein, ist echt und weiß sich abzugrenzen. Auch wenn das bedeutet, unangepasst, mit Ecken und Kanten zu agieren.

Das klingt nicht nach etwas, das man lernen könnte.

Doch. Ich muss dafür allerdings sehen können: Bin ich echt, habe ich Schwächen? Viele Chefs haben oftmals Tomaten auf den Augen, sitzen in ihren Abteilungen, in denen sie schalten und walten können, wie es ihnen passt, und erkennen ihre blinden Flecken nicht. Wer aber erkannt hat, wo seine persönlichen Defizite liegen, dem kann ein Coach weiterhelfen.

Die Fehler der anderen sieht man in der Regel schneller als die eigenen.

Richtig, wegen des blinden Flecks. Da hilft es, wenn einen eine vertraute Person darauf aufmerksam macht: Der Partner, ein Kollege oder auch der Vorgesetzte. Auch wenn Mitarbeiter oft wechseln oder innerlich kündigen, ist das ein Warnsignal, dass etwas an meinem Führungsstil nicht stimmt.

Unterscheiden sich männliche und weibliche Chefs in dem Punkt voneinander?

Nein, jeder hat so seine Baustellen. Was das Führungsverhalten grundsätzlich angeht, sind Männer geprägt durch unsere Jäger-und-Sammler-Vorfahren in der Regel neugieriger, mutiger und dominanter, wohingegen Frauen kommunikativer und stärker auf Konsens bedacht sind. Auch als Chefin. Da spielen Empathie, Emotionalität und Respekt voreinander eine große Rolle. Bei den Männern dagegen geht es sehr oft um Machtspielchen: Schnell geben Alphamännchen im Meeting beispielsweise die Idee der Kollegin als ihre eigene aus und schmücken sich mit fremden Federn. Das gehört zum Machtspiel ebenso wie der Drang aufzufallen.

Ist dieses Verhalten für das berufliche Fortkommen gut oder schlecht? Das ist das Spiel der Spiele. So läuft es in den Führungsriegen.

Also muss eine Führungskraft mitspielen. Klar, sie muss die Mechanik durchschauen, das Spiel als sportliche Herausforderung sehen und mitspielen. Sich dagegen aufzulehnen, kostet viel Kraft. Jedenfalls, was die Machtspielchen in den oberen Etagen angeht. Bei den eigenen Leuten ist ein empathisches Miteinander sehr wichtig. Das fällt Frauen in der Regel leichter als Männern. Durch Empathie, kreative Handlungsspielräume, Transparenz und gezieltes Feedback lassen sich Leute deutlich besser motivieren als durch reine Autorität. Denn: Menschen wollen respektiert und wahrgenommen werden. Wer das schafft, hat seine Mitarbeiter auf seiner Seite.

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