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So klappt's mit der Gehaltserhöhung!
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Top-Tipps für Frauen

So klappt's mit der Gehaltserhöhung!

Interview von Anne Ritter
Karriereberaterin Svenja Hofert gibt Tipps für das Verhandlungsgespräch mit dem Chef und erklärt, was speziell Frauen dabei beachten sollten.
Der Equal Pay Day weist auf die Lohnlücke zwischen den Geschlechtern hin. Beinahe drei Monate arbeiten Frauen rechnerisch für "lau", um auf das gleiche Jahresgehalt zu kommen wie die Männer. Empört Sie das?

Empören nicht. Es ist so. Und es wird nicht besser werden, da Frauen weiterhin Berufe und Lebenswege wählen, die sie zurückwerfen.

Die Karriereexpertin Svenja Hofert ist Autorin von mehr als 30 Sachbüchern, Bloggerin und Beraterin. Die meisten ihrer Werke und ihr Blog handeln von der Zukunft der Arbeitswelt.Foto: Christine Lutz
Nach soziologischen Untersuchungen geben Frauen sich mit weniger Gehalt zufrieden. Wie schätzen Sie das ein?

Eindeutig: Frauen verhandeln ungern. Ihnen ist das oft auch nicht so wichtig. Sie verzichten auf 10.000 Euro, nur weil sie lieber nette Kollegen haben wollen und sich den Stress nicht antun, dass dann ja auch die Erwartungen höher sind. Das erlebe ich immer wieder. Weniger bei den Absolventinnen, mehr bei Frauen über 30, erst recht über 40 und noch deutlicher bei den Über-50-Jährigen.

Wann ist der richtige Zeitpunkt für eine Gehaltserhöhung?

Ehrlich gesagt sollte man Gehaltsverhandlungen abschaffen. Es ist doch ein Unding, dieses ewige Ratespiel. Warum kann man nicht Ziele gesteckt bekommen, mit klaren und transparenten Aussagen, wie das Erreichen belohnt wird? Gottseidank finden sich immer mehr Stelleninserate, in denen eine Gehaltsangabe steht. Super! Aber bis wir diesen altertümlichen Verhandlungszwang hinter uns gebracht haben, werden Jahre, vielleicht Jahrzehnte vergehen.

Und in der Zwischenzeit?

Einmal im Jahr sollten Frauen bei ihrem Chef vorsprechen, schon um den Verlust durch die Inflationsrate auszugleichen. Auch empfiehlt es sich, ab und zu den Marktwert zu checken – etwa durch Bewerbungen bei anderen Unternehmen. Denn das Gehaltsgefüge driftet krass auseinander. Ich habe in derselben Firma Leute gesehen, die für exakt dieselbe Arbeit mal 40.000 und mal 80.000 Euro verdienen. Also: Immer mal wieder ausprobieren, was man anderswo haben könnte.

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