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So funktioniert die erfolgreiche Gehaltsverhandlung
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Drei treffsichere Argumente

So funktioniert die erfolgreiche Gehaltsverhandlung

Teil 2: Wie viel ist drin?

Nicht unterschätzen sollte man daher auch, welche Wirkung echte Enttäuschung über eine zu schlechte Bezahlung auf die eigene Motivation und damit Arbeitsleistung sowie Loyalität dem Arbeitgeber gegenüber hat. Mehr noch: Gibt es zu viele enttäuschte Mitarbeiter, kippt ein Betriebsklima sehr schnell. Sofern das Unternehmen nicht auf schnelle Fluktuation der Mitarbeiter bedacht ist, kann eine Firma so schnell in eine Schieflage kippen.

Den meisten Arbeitgebern ist dies bewusst – und daher achten viele Unternehmen darauf, dass kein zu großer Frust aufkommt. Auch das sollte man bei der Gehaltsverhandlung einpreisen. Und sofern im Unternehmen nicht Untergangsstimmung herrscht, sollten zwei Prozent Gehaltssteigerung allein als Inflationsausgleich pro Jahr, mindestens aber alle zwei Jahre möglich sein. Studien zeigen: Stetige Gehaltserhöhungen, auch wenn sie nur gering sind, steigern die Zufriedenheit mit dem Arbeitgeber und dem Leben allgemein.

Hartnäckigkeit wird belohnt

Übrigens hat eine Studie der Temple Universität in Philadelphia sowie der George Mason Universität in Washington gezeigt, dass sich beharrliches und aggressives Verhandeln auszahlt: Wer abblitzt, merkt sich die Begründung sehr gut und steht einfach ein halbes Jahr später wieder auf der Matte. Und wieder und wieder. Beharrliche Verhandler bekommen auf diese Weise bis zu fünf Prozent mehr als Mitarbeiter, die sich schneller zufrieden geben. Leider bleibt aber ein Naturgesetz bestehen: Am meisten profitieren Arbeitnehmer, wenn der Chef sie mag. US-Studien zufolge verdienen Chef-Lieblinge bis zu dreimal mehr als Mitarbeiter, die der Arbeitgeber nicht leiden kann.

Zuerst veröffentlicht auf zeit.de
Dieser Artikel ist erschienen am 10.12.2015

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