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Start-Up

So finden Gründer Investoren

Tanja Könemann
Sie möchten Ihre eigene Firma gründen, aber es fehlt Ihnen das nötige Kapital? Wir sagen, wie junge Unternehmensgründer Investoren finden, welche Charaktereigenschaften sie brauchen und worauf sie beim Einstieg eines Finanziers unbedingt achten sollten.
Wer gründet, ist auf Hilfe angewiesenFoto: © Aleksandar Jovanovic - Fotolia.com
Die ersten 25000 Euro waren kein Problem. Marc Struhalla und sein Partner Thomas Greiner-Stöffele fragten einfach ihre Familien und trieben das Kapital für die Gründung ihrer Firma schnell auf. Doch den beiden Biochemikern war klar, dass sie mehr Geld benötigen würden in den nächsten Jahren. 25000 Euro sind schnell aufgebraucht, wenn man Enzyme für die Industrie anbieten will.Darauf hat sich die 2004 gegründete C-Lecta GmbH in Leipzig spezialisiert. Ihre Produkte, die mit einem handelsüblichen Mikroskop nicht zu sehen sind, finden sich in Waschmitteln, wo sie helfen, den Schmutz von der Kleidung zu entfernen, oder sie werden in der chemischen Industrie und in Biokraftstoffen eingesetzt.

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Um aus den ersten Ideen und Forschungsergebnissen ein Geschäft aufzubauen, arbeiteten die Gründer zweigleisig: Sie entwickelten ihre Enzyme zur Marktreife und ließen sich ihre Technologie patentieren, um sie vor Nachahmern zu schützen. Und sie suchten nach Investoren. Vier Finanzierungsrunden hat C-Lecta inzwischen hinter sich, und jedes Mal floss mehr Geld in das junge Unternehmen.Auch Kommunen können als Investoren Sinn gebenDie erste Finanzspritze kam von der Stadt Leipzig. 250000 Euro erhielt das Start-up in Form einer stillen Beteiligung eines Gründer-Fonds. Der Vorteil: Struhalla und Greiner-Stöffele mussten keine Anteile ihrer Firma abgeben, sondern beteiligten den Fonds an ihrem Gewinn.Für den nächsten Wachstumsschritt nahm das Duo einen neuen Partner auf. Im Jahr 2005 konnten sie das ehemalige Vorstandsmitglied des Kohlenstoffspezialisten SGL Carbon, Klaus Warning, zum Einstieg bewegen. Die Kontakte des branchenerfahrenen Business Angels waren Gold wert: Warning öffnete bei der Kundenakquise und der Suche nach Geldgebern die Türen zu Führungsetagen und zu Venture Capital Fonds, also Wagniskapitalgebern, die Geld in riskante, aber auch chancenreiche Unternehmen stecken. "Ich verfügte über die nötige Glaubwürdigkeit", sagt der 59-Jährige. "Schließlich hatte ich selbst investiert."Wenige Monate später folgte der nächste Finanzierungsschritt: Der High-Tech-Gründerfonds des Wirtschaftsministeriums und die Sächsische Beteiligungsgesellschaft kauften sich mit mehr als 1,5 Millionen Euro ein. Im Dezember 2008 schossen eine weitere Beteiligungsgesellschaft und die KfW-Bank mehr als zwei Millionen Euro nach.

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