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Social Sabbatical

Sinnvolle Auszeit mit Karrierepotenzial

Teil 3: In ernsthafter Gefahr

In sozialer Mission: SAP-Führungskräftenachwuchs in BrasilienFoto: SAP
Worum ging es genau?

André Wagner: Es handelt sich bei dem Projekt um das Bürgernetzwerk Rede Cidada. Das wurde im Jahr 2002 gegründet und hatte damals nur fünf Mitarbeiter. In den letzten drei Jahren ist dieses Netzwerk stark gewachsen und beschäftigt nun rund 130 Mitarbeiter. Diese kümmern sich um 14- bis 20-jährige sozial schwache Jugendliche, geben ihnen eine Grundlagenausbildung und vermitteln sie an Unternehmen. Im Grunde geben sie ihnen also eine Zukunftsperspektive.

Diese Organisation hatte es nun in der ganzen Zeit verpasst, sich um die Personalentwicklung und -richtlinien zu kümmern. Es gab keine Karriereperspektiven, keine Gehaltsentwicklung und keine Jobentwicklung. Das führte zu einer erhöhten Fluktuation.

Das Bürgernetzwerk war in ernsthafter Gefahr?

André Wagner: Das muss man so sehen, denn keine Organisation kann ohne engagierte Mitarbeiter erfolgreich sein. Unser dreiköpfiges Team hat also in der ersten Woche das Problem identifiziert: Es musste eine bessere Mitarbeiterkommunikation geben, Karrierepläne, Zusatzleistungen und eine Gehaltsentwicklung. Dazu haben wir ein Konzept ausgearbeitet.

Wie ist Ihnen das gelungen?

André Wagner: Das war schwer in einem fremden Land, mit noch unbekannten Kollegen. Man fragt sich: Schaff ich das und kann ich dabei meinen eigenen Ansprüchen gerecht werden? Die erlernten Instrumente und theoretischen Grundlagen aus meinem Masterstudium waren dabei essentiell.

Extrem erstaunlich ist aber, zu was man in einem kleinen Team wirklich in der Lage ist, was man leisten kann, wenn man sich auf ein Thema konzentrieren kann. Durch das gewohnt vielschichtige Arbeiten im "normalen" Job erliegt man doch vielen Ablenkungen. Gut war auch, dass wir einen offenen Zugang zum Management-Team vor Ort hatten. Da eines unserer Team-Mitglieder zudem im HR-Bereich tätig ist, konnten wir unglaublich produktiv arbeiten.


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