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Ledige lieben das Risiko – und haben damit mehr Erfolg.
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Entscheidungsfreude

Singles sind erfolgreicher

Kerstin Dämon, wiwo.de
Wer Familie hat, stellt die Verantwortung für Kinder und Partner über Abenteuer und Nervenkitzel. Dieses Phänomen lässt sich auch bei Managern beobachten: Ledige treffen andere Entscheidungen – und haben mehr Erfolg.
Es ist ein bekanntes Phänomen aus der Biologie: Junge Männchen, egal welcher Spezies, sind draufgängerischer und aggressiver als das Rudeloberhaupt mit Familienanhang. Das lässt sich auch bei Menschen gut beobachten. Während junge Menschen bereit sind, viele Risiken einzugehen, lassen es ältere Semester eher ruhiger angehen. Und auch der Familienstand entscheidet darüber, wie wir uns verhalten: "Ob wir verheiratet sind oder nicht, beeinflusst unsere persönlichen Präferenzen", schreibt der Assistenzprofessor Nikolai Roussanov von der Universität Pennsylvania im Vorwort zu seiner Studie "Marriage and Managers’ Attitudes to Risk".

Es lebe die Verantwortung

Das kann jeder, der Partner und Kinder hat, bestätigen. Wer für eine Familie verantwortlich ist, geht in der Regel eher Fußball spielen, als zum Bungee-Jumping und kauft vielleicht eher mal ein Lottolos als sein Geld im Kasino zu verzocken. Schließlich haben Ehepartner einander gegenüber eine gewisse Verantwortung. Für Eltern gilt das Verantwortungsprinzip erst Recht.

Dieses Verhalten macht natürlich auch vor dem Job nicht Halt: Wer alleinstehend ist, geigt dem Chef vielleicht eher die Meinung (und riskiert damit eine Kündigung) als der Familienvater mit kleinen Kindern. Roussanov und sein Kollege Pavel Savor haben deshalb untersucht, inwieweit sich der Familienstand von Unternehmenslenkern auf deren Managementstrategie auswirkt. Und das Ergebnis ist erstaunlich: Die Unternehmen der alleinstehenden Manager sind "kleiner, jünger und wachsen schneller", so das Ergebnis von Roussanov und Savor.

Singles starten durch

Für ihre Studie haben die beiden Finanz-Experten 1.500 Vorstandsvorsitzende zu ihrem Führungsstil befragt. 84 Prozent davon sind verheiratet. Zu den 16 Prozent der Singles gehörten unter anderen der deutsch-amerikanische Investor Nicolas Berggruen, Inhaber der Berggruen Holdings und ehemaliger Karstadt-Retter, Hilary Mason, Chef-Wissenschaftlerin des Kurz-URL-Diensts Bitly, oder der indische Manager Ratan Tata, der unter anderem Chief Executive Officer der Tata-Gruppe gewesen ist. Unverheiratete Manager "treffen weit reichende Entscheidungen" und lassen sich weder von Wettbewerbern noch anderen Dingen bremsen, so Roussanov.

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