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Digitaler Wandel
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Digitale Revolution im Personalwesen

Sind Computer die besseren Personaler?

von Martin Seiwert und Jenny Niederstadt, wiwo.de
Wenn Software Arbeitszeugnisse schreibt und Bewerber auswählt, zählen Daten statt Bauchgefühl. Mitarbeiter können bereits lückenlos überwacht werden. Ist das noch Personalarbeit oder schon Bespitzelung?
Wer ins Büro von Sebastian Zabel tritt, erhascht einen Blick in die Zukunft. Mit ein paar Mausklicks informiert er sich zum Beispiel über die Zufriedenheit potenzieller Mitarbeiter bei ihrem bisherigen Arbeitgeber, um die Erfolgsquoten der Stellenzeigen abschätzen zu können. Obwohl Zabel Personaler ist, hat er wenig direkten Kontakt zu den eigentlichen Mitarbeitern. Vielmehr analysiert er auf Grundlage von Daten. Denn Zabel arbeitet bei Goodgame, Deutschlands größtem Hersteller von Spielesoftware.

Das Unternehmen verlässt sich bei der Planung neuer Produkte nicht allein auf eine gute Optik oder eine packende Geschichte. Vor allem betreibt es viel Aufwand, um das Nutzerverhalten zu erforschen: Im Hintergrund der Spiele sammelt Software anonymisiert Auskunft über deren Verhalten und Vorlieben. Dabei kommt ein gewaltiges Volumen zusammen: Goodgame hat immerhin Zugriff auf mehr als 260 Millionen Nutzer.

Mitarbeiter können analysiert werden

Dieses Prinzip will das Unternehmen nun auf sein Personalwesen übertragen. "Wir sind davon überzeugt, dass wir damit belegbare und objektivere Entscheidungen treffen", sagt Zabel. Er ist bei Goodgame zuständig für People Analytics.

Dahinter verbirgt sich ein Thema, das in der Personalszene aktuell leidenschaftlich diskutiert wird – weil es die Arbeit der Branche für immer verändern könnte. Denn es naht ein Paradigmenwechsel: Bislang waren Menschen dafür zuständig, das Potenzial anderer Menschen einzuschätzen. Diese heikle Aufgabe soll künftig Software übernehmen.

Grund dafür ist der Wandel der Arbeitsplätze. Noch vor wenigen Jahren konnten oft nur Kollegen oder unmittelbare Vorgesetzte wissen, was Mitarbeiter so treiben, ob sie motiviert sind, wie kreativ sie denken. Heute hinterlassen Angestellte Millionen von digitalen Spuren, die ein genaueres Bild ergeben können. In immer mehr Branchen wird mithilfe von Informationstechnologie gearbeitet, meist auch mit Anbindung an das Internet. So kann das Verhalten fast aller Schreibtischarbeiter lückenlos dokumentiert, eingesehen und von Software bewertet werden.

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