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Fehler von Jungunternehmern
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Fehler von Jungunternehmern

Sieben Gründe, warum Startups scheitern

Teil 2: 2.-4.: Fehlende Finanzierung, mangelndes Detailwissen und miese Kalkulation

In 29 Prozent der Fälle war die Finanzierung des Unternehmens laut Gründerreport nicht gut durchdacht. IfM-Präsidentin Friederike Welter kennt das Problem gut. Sie unterrichtet an der Universität Siegen und ist Expertin auf dem Gebiet der Unternehmensgründung. "Bei der Finanzplanung vergessen besonders junge Gründer in einem ersten Schritt sogar ihr eigenes Gehalt", sagt sie. Auch dass Versicherungen oder ein Kredit bedient werden müssen, gerate manchmal in Vergessenheit.

Doch selbst wenn der Finanzplan auf den ersten Blick solide wirkt, scheitern gerade Neugründer häufig an unvorhergesehenen Ereignissen. So kann ein zu großer Erfolg eines Produktes die Planung umwerfen, wenn zum Beispiel plötzlich viel mehr Mitarbeiter eingestellt werden müssen. Welter empfiehlt Gründern, die Finanzierung so zu gestalteten, dass sie auf verschiedene Unternehmensverläufe reagieren können. Hat eine erste Finanzierungsrunde geklappt und ist eine Dienstleistung oder ein Produkt schon am Markt etabliert, klappt es eher mit der Anschlussfinanzierung.

3. Mangelndes Detailwissen

Nach Angaben der DIHK-Studie waren die Erfinder oft selbst gar nicht dazu in der Lage, ihr eigenes Produkt gut zu umschreiben. Fatal! Denn der Verkauf der eigenen Idee ist entscheidend bei der Investorensuche. Außerdem muss das Unternehmen auch Kunden, Partner oder Journalisten überzeugen. "Viele Existenzgründer haben ein Marketingdefizit", sagt Marc Evers, Leiter des Referats Existenzgründung der DIHK. Eine gute Idee zu haben, sei nicht alles. Man müsse sie auch kommunizieren können. "Wer sein Produkt nicht mit einem Satz definieren kann, sollte es eigentlich schon hinterfragen", sagt Friederike Welter.

4. Miese Kalkulationen

Ein häufiger Anfängerfehler: Der Umsatz wird zu hoch eingeschätzt. In 34 Prozent der IHK-Berichte wurde dieses Problem deutlich. Beseelt von der eigenen Idee, glauben viele Gründer, dass auch andere dafür zum Portemonnaie greifen. "In einem ersten Schritt hilft es oft schon, Freunde und Familie zu fragen, ob sie das Produkt kaufen würden", rät IfM-Präsidentin Welter. Damit erreiche man Menschen außerhalb des eigenen beruflichen Umfeldes – und könne sich so an die mögliche Käuferschaft annähern.

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