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Top-Managerinnen der zweiten Ebene wollen ihre Karriere weiter vorantreiben.
Diese Frauen wollen sich weder in die Quotenschublade stecken noch von Männerklüngel aufhalten lassen.Foto: Wrangler/Fotolia.com
Managerinnen kurz vorm Ziel

Sie wollen nach ganz oben

Stefani Hergert
Von den 18 Frauen, die in den vergangenen Jahren in einen Dax-Vorstand einzogen, sind acht nicht mehr auf ihrem Posten. Abschrecken lassen sich Managerinnen auf der zweiten Ebene davon nicht. Drei Beispiele.
Als zuletzt Managerin um Managerin die Vorstandsetage deutscher Dax-Konzerne wieder verließ, schaute Christiane Bisanzio sehr genau hin. Sie analysierte, welches Profil die Frauen haben, welche Muster sich in den Rahmenbedingungen ihrer Einstellung finden. Das hat nicht nur etwas mit reiner Neugierde zu tun.

"Ich habe mich gefragt, was sich davon auch in meinem Profil, in meiner Arbeitsweise wiederfindet", sagt die 47-Jährige, die beim Versicherungskonzern Axa den Personalbereich für Nord-, Zentral- und Osteuropa verantwortet, weltweit für das Thema Diversity, also Vielfalt, zuständig ist und im Aufsichtsrat die Axa-Deutschland-Tochter kontrolliert.

Ursachen analysieren

Für sie sind die Ursachen der Frauen-Fluktuation nicht ganz unwichtig, schließlich hat sie in ihrer Karriere noch einiges vor. "Mein Ziel ist ein Vorstandsposten in einem internationalen Konzern", sagt Bisanzio, die in ihrer jetzigen Position an den Vorstand der Axa-Gruppe weltweit berichtet.

Das ist ein Statement in einer Zeit, in der acht von 18 Vorständinnen, die in den vergangenen Jahren in die Topetage der deutschen Dax-Konzerne eingezogen waren, ihren Posten schon wieder geräumt haben. Eine Zeit, in der dennoch fast alle Unternehmen mehr Frauen in Führungspositionen bringen wollen. Eine Zeit, in der viele der Herren in den Konzernetagen allerdings überzeugter denn je sind: Die Frauen können es einfach nicht. 

Nicht stillschweigen

Was heißt all das für Managerinnen auf der zweiten Ebene, die schon heute anspruchsvolle Führungsjob innehaben und darauf hinarbeiten, einmal einen Platz im Vorstand eines Großunternehmens zu besetzen? Drei von ihnen haben mit dem Handelsblatt darüber gesprochen. Nur: Nicht jede will ihren Namen in der Zeitung lesen.

Christiane Bisanzio schon. Weil sie "froh" ist, dass die Diskussion über Frauen in Führungspositionen geführt wird. "Nichts wäre schlimmer, als wenn wir aufhören, darüber zu sprechen", ist sie überzeugt. Auch und gerade nach den schnellen Aufstiegen und plötzlichen Abgängen der vergangenen zwei Jahre, etwa der von Post-Personalchefin Angela Titzrath, die Anfang Juli ihren Posten niedergelegt hat. Oder der ihrer Ressortkolleginnen bei Continental und der Telekom, Elke Strathmann und Marion Schick. Die Liste lässt sich fortsetzen: Von den Siemens-Managerinnen Barbara Kux und Brigitte Ederer, die erst gefeiert und dann fallengelassen wurden, über die zurückgetretene Ex-SAP-Vorständin Angelika Dammann bis hin zu ihrer Nachfolgerin Luisa Deplazes Delgado.

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