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Weconomy

Shopping im Videoclip

Lars Reppesgaard
Dominik Reisig hat mit seinem Partner Michael Bösgen eine Technik entwickelt, mit der Fans Klamotten ihrer Stars direkt im Internet kaufen können. Mit seiner Idee könnte er den Werbemarkt der Online-Videoplattformen revolutionieren, Weconomy-Preisträger ist er bereits.
Dominik Reisig, Michael Bösken und Michael Breyer von CaviFoto: © Jens Wunderlich
Eigentlich hat Dominik Reisig nichts gegen einen Shopping-Bummel. Aber an diesem einen Nachmittag vor etwa zweieinhalb Jahren, als ihm die Idee für die Gründung seines Unternehmens kam, wurde seine Geduld doch arg strapaziert. Die gesamte Ingolstädter Innenstadt hatte er mit seiner Freundin durchkämmt, um eine bestimmte Jeans zu finden, die die Popsängerin Madonna in einem Musikvideo getragen hatte.Etwas später war es dann ein schwarzes Hemd, dass der Hip-Hop-Star Jay-Z in einem Video trug, das ihn endgültig von seiner Vision überzeugte. "Videos müssen um Einkaufsfunktionen ergänzt werden", sagt der 23-jährige Gründer und Geschäftsführer des Technologieunternehmens Cavi.

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Heute können Fans der skandinavischen Rockgruppe Mando Diao die roten T-Shirts mit dem Schriftzug der Band direkt online ordern, wenn sie sich im Internet den neuen Videoclip der Schweden-Rocker ansehen. Sie müssen nur noch kurz mit der Maus über das Videobild wischen, dann tauchen dezent kleine Symbole auf - etwa ein T-Shirt oder eine DVD. Ein Mausklick genügt: Es öffnet sich ein Fenster und ein Online-Shop wird sichtbar.Für den Prototypen brauchen die Gründer drei MonateRalf Haberich, Deutschland-Chef des Webseiten-Analyse-Unternehmens Nedstat, glaubt, dass Invideo-Shops - wie die Cavi-Lösung - "sehr genau den Nerv des Benutzers treffen und ideal für Produkte einsetzbar sind, die im Kontext eines normalen und nicht auf Werbung ausgelegten Films auftauchen." Eine Einblendung von Werbung für den Interpreten, der gerade im Video auftritt, sei eine optimale sogenannte Cross-Selling-Möglichkeit, da natürlich direkt die CD, das Shirt und die Karte zum nächsten Konzert angeboten werden könnten.Das Shopsystem, das der BWL-Student Reisig zusammen mit seinem Kompagnon, dem 26 Jahre alten Programmierer Michael Bösken - dem heutigen Technologiechef der Firma - entwickelt hat, basiert durchgehend auf der Flash-Technologie von Adobe. Dabei handelt es sich um ein kleines Softwaremodul für den Webbrowser zum Abspielen von bewegter Vektorgrafik und Filmen.Die Technik wird noch nicht so häufig bei Shopsystemen genutzt. Sie erlaubt den Cavi-Machern, die Lösung blitzschnell an bestehende Warenwirtschaftssysteme und Videoplattformen anzudocken - unabhängig davon, welche Technologie diese einsetzen.Seinen Technologiechef hat Reisig über eine Freelancer-Börse im Internet gefunden und für seine Ideen begeistern können. Diese überhaupt mit einem anderen zu teilen, war für den Studenten ein großer Schritt. Mehr als 20 Projektpläne hatte er auf dem Laptop fertiggestellt - bevor er einen anderen eingeweiht hat. Die Sorge vor dem Ideenklau hat ihn eine Zeit lang gelähmt, bis er eingesehen hat, dass man über seine Ideen sprechen muss - "sonst bleiben sie in der Schublade", weiß er heute.Bösken enttäuschte das Vertrauen nicht. Drei Monate lang arbeiteten die beiden an dem Projekt und bauten erste Prototypen der Shopsoftware für Onlinevideos, ohne dass sich die Gründer auch nur einmal von Angesicht zu Angesicht getroffen hatten - das Internet machte das möglich. "Erst kurz bevor wir unseren ersten Investor besuchten, haben wir uns das erste Mal persönlich gesehen", erinnert sich Reisig. Nach anderthalbjähriger Entwicklungsarbeit sind die Cavi-Videoshops nun im Einsatz.

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