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Rosarot ist auch nicht besser als schwarzsehen
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Jobengpässe

Schwarzsehen ist in

Kerstin Dämon, wiwo.de
Rosarot war gestern: Die deutschen Angestellten blicken skeptisch in die Zukunft. Einer Umfrage zufolge glaubt mehr als die Hälfte nicht daran, gute Arbeitsmarktchancen zu haben.
Eigentlich geht es dem deutschen Arbeitsmarkt gut: Der Abbau der Arbeitslosigkeit geht voran, wenn auch langsamer als zuvor gedacht.

Für die nächsten drei Monate erwarten Experten eine stabile Entwicklung der um jahreszeitliche Schwankungen bereinigten Arbeitslosigkeit: "Die Einschätzungen der Arbeitsagenturen sind vorsichtiger geworden, aber keineswegs pessimistisch", sagt Enzo Weber vom Forschungsinstitut IAB.

Dank des milden Winters sei der Frühjahrsaufschwung am Jobmarkt deutlicher ausgefallen als üblich. Nun sei aber mit einer langsameren Gangart zu rechnen, sagt Weber. "Konjunktur und Arbeitsmarkt können das rasante Tempo der ersten Monate des Jahres nicht aufrecht erhalten, aber zum Schwarzsehen gibt es keinen Grund."

Schwieriges Matching

Allerdings gibt es zwei Parteien, die genau das tun.

Auf der einen Seite die Arbeitgeber, die für viele Stellen nicht genug qualifizierte Bewerber finden - obwohl knapp drei Millionen Menschen in Deutschland arbeitslos sind. Fachleute im naturwissenschaftlich-technischen Bereich werden weiter händeringend gesucht. Und die Lücke bei Mathematikern, Informatikern, Naturwissenschaftlern und Technikern könnte nach Einschätzung der Wirtschaft wegen der neuen Rente ab 63 sogar wieder wachsen.

Im April waren in Deutschland 117.300 Stellen für Bewerber mit beruflichem oder akademischem Abschluss nicht besetzt. Die Situation hat sich damit innerhalb der letzten sechs Monate kaum entspannt. Dies geht aus dem am Montag in Berlin vorgestellten neuen Report des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zu diesen Fachbereichen hervor. Sie werden nach ihren Anfangsbuchstaben unter dem Kürzel MINT zusammengefasst.


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