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Geheimnisvolles Gehirn
Forscher versuchen das Puzzle um das Bewusstsein zu lösen. Sie wollen festzustellen, wie Entscheidungen getroffen werden.Foto: AlienCat/Fotolia.com
Wegweiser durchs Unbewusstsein

Schwächen des Gehirns erkennen und nutzen

Teil 3: So entstehen Fehl-Entscheidungen

Wie lässt sich das mit Ihrem Gehirn-Scanner nachweisen?

Stellen Sie sich diesen Versuchsaufbau vor: Eine Testperson muss sagen, ob sie lieber Kaffee oder Tee trinken will. Entsprechend drückt sie die Taste in ihrer linken Hand für Kaffee oder die rechte Taste für Tee. Der Scanner erfasst dabei die Hirnaktivität. Diese Aufnahmen zeigen uns schon fünf bis zehn Sekunden vor seiner sicht- und hörbaren Entscheidung, wie sich der Proband entscheiden wird. Sogar dann, wenn er zu diesem Zeitpunkt den Eindruck hat, sich noch gar nicht entschieden zu haben.

Sie entschlüsseln also das Unterbewusstsein Ihrer Testpersonen?

Ja, denn wir können nicht nur die konkrete Entscheidung vorhersagen, sondern auch ihr Zustandekommen im Gehirn nachvollziehen.

Bei Kaffee oder Tee scheint die Vorauswahl des Hirns nicht tragisch. Inwiefern können aber diese unbewussten Prozesse für Manager zur Falle werden?

Bei Führungsentscheidungen zum Beispiel. Schweizer Kollegen zeigten Probanden Fotos von unbekannten politischen Gegnern. Der eine der südländische, der andere der nordische Typ. Dann wurden die Probanden nicht etwa gefragt, wen sie wählen würden, sondern wen sie sich als Schiffskapitän wünschen. Man konnte mit diesen Führungsentscheidungen die Ergebnisse im Wahlkreis zu 70 Prozent vorhersagen.

Und das beunruhigt Sie?

Da die Probanden rein gar nichts über die fachliche oder persönliche Eignung der Kandidaten für den Leitungsposten wussten, müssen bei einer solchen Entscheidung völlig irrelevante Faktoren wie das Aussehen eine wesentlich wichtigere Rolle spielen als die Fakten.

Und wieso kommt der blonde Typ nun besser bei den Schweizern an als der dunkle Lockenschopf?

Dafür sind Stereotype verantwortlich. Darin ist zum Beispiel gespeichert, wen man sympathisch findet oder wem zum Beispiel die Mehrheit, in dem Fall der Schweizer Bevölkerung, aufgrund seines Aussehens größere Führungsfähigkeiten zutraut. Anhand solcher Schablonen fällt dann die persönliche Entscheidung für die Wunsch-Führungskraft.

Also wieder nur der Anschein einer rationalen Entscheidung. Wenigstens klingt es, als wären unsere inneren Filter bis zu einem gewissen Grad variabel.

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