Das Portal von Handelsblatt und WirtschaftsWoche
Lebenseinkommen: Die ersten zehn Jahre entscheiden
Foto: Italianphotoagency/Fotolia.com
Lebenseinkommen

Schnell reich werden

wiwo.de
Ob jemand reich wird, entscheidet sich meist in den ersten zehn Jahren des Berufslebens. Danach tut sich finanziell vergleichsweise wenig.
Wer um die vierzig Jahre alt ist und noch immer nicht das große Geld verdient, kann allmählich alle Hoffnung fahren lassen. Denn die ersten zehn Jahre im Beruf entscheiden meist über den Verdienst im gesamten Leben.

Steiler Einstieg

Ökonomen der Federal Reserve Bank of New York, also der Landesbank des Bundesstaates New York, haben in einer statistischen Berechnung festgestellt, dass die Einkommenskurve von US-Amerikanern, die reich werden, schon in frühen Jahren sehr viel steiler verläuft als die von Durchschnittsverdienern. Die Ökonomen um Fatih Guvenen berufen sich dabei auf Panel-Daten der amerikanischen Sozialversicherungsbehörden zwischen 1978 und 2010.

Amerikaner mit einem Median-Einkommen erfuhren zwischen dem 25. und 55. Lebensjahr einen Anstieg der Einkünfte von 38 Prozent. Die fünf Prozent der einkommensstärksten Amerikaner verzeichnen in dieser Zeitspanne einen Zuwachs von 230 Prozent, und das reichste Prozent sogar einen Zuwachs von 1450 Prozent. Der steilste Anstieg sei in den ersten zehn Jahren zu verzeichnen, schreiben die Autoren der Landesbank.

Kleiner Trost

Beschäftigte mit dem Median-Einkommen – also einem Einkommen, das genau in der Mitte zwischen den ärmeren 50 Prozent und den reicheren 50 Prozent der Beschäftigten liegt – müssen davon ausgehen, dass ihr Einkommen wahrscheinlich zwischen 35 und 55 Jahren eher stagniert. Für 90 Prozent der Amerikaner sinkt das Einkommen sogar zwischen 45 und 55. Nur die am meisten verdienenden zwei Prozent bekommen nach 45 noch Zuwächse.

Einen kleinen Trost für Normalverdiener haben die Autoren aber doch noch: "Je höher die individuellen Einkünfte gegenwärtig sind, desto kleiner der Spielraum für einen weiteren Anstieg." Wer sich also der Endphase seines Berufslebens nähert, muss sich weniger Sorgen um Einbußen machen als ein Superverdiener – prozentual wohlgemerkt.

Zuerst veröffentlicht auf wiwo.de
Dieser Artikel ist erschienen am 22.02.2015

Fair Company | Initiative

 

Themen im Überblick