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Die richtige Idee

Schlaue Software

Lars Reppesgaard
Franc Grimm hat eine Software entwickelt, die Menschen dazu bringen soll, vernetzter zu denken und damit bessere Entscheidungen zu treffen. Mit Hilfe von EU-Fördergeldern hat er aus seiner Idee nun auch ein Geschäft gemacht und vertreibt sein Programm über das Internet.
Franc Grimm, Gründer und Chef der Firma ConsideoFoto: © PR
Manche Menschen gründen ein Unternehmen, weil sie eine Vision haben, wie ein wirklich gutes Mobiltelefon, ein Internetdienst, ein Dieselmotor oder eine Fahrradnabe beschaffen sein muss. Franc Grimm aus Lübeck treibt eine andere Mission an. Der 37 Jahre alte Gründer und Chef des Softwareunternehmens Consideo hat sich nichts Geringeres vorgenommen, als das Denken der Menschen zu verändern. Ihn stört, dass viele Entscheidungen auf Grundlage vereinfachter Analysen getroffen werden - etwa der, dass Dinge immer nacheinander passieren und etwas nur eine Ursache und eine Wirkung hat.Die meisten Herausforderungen in Unternehmen, Behörden oder auch nur in einer Kleinfamilie seien komplexer, so dass das herkömmliche Denken diesen nicht gerecht werde, so Grimm. Wer neue Ideen entwickeln, Budgets planen oder Probleme lösen will, muss seiner Meinung nach viele Faktoren gleichzeitig berücksichtigen. Genau das soll mit seiner Software, dem sogenannten "Modeler" möglich sein. "Es ist ein Werkzeug, das vernetztes Denken unterstützt", sagt er.

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Modeln erleichtert es, Zusammenhänge zu erkennenDie Software erlaubt es zu "modeln" - verschiedene Handlungsmodelle darzustellen und auszurechnen, welche Konsequenzen eine Entscheidung hat (siehe Grafik). "Bisher treffen wir komplizierte Entscheidungen, bei denen viele Faktoren berücksichtigt werden müssen, meist aus dem Bauch heraus", sagt Grimm. "Durch das Modeln erkennt man, wie alles zusammenhängt."Grimms Biografie ist ein Beispiel dafür, dass das Leben nur selten aus einfachen Ursache-Wirkungs-Zusammenhängen besteht. Es war nicht sein Wirtschaftswissenschaftsstudium, das ihn an die Themen Wissenssoftware und vernetztes Denken herangeführt hat. "Das war eher der Zusatzstudiengang Innovationsmanagement, den ich an das Studium drangehängt habe", sagt er. Das war eine interdisziplinäre Veranstaltung, bei der er zusammen mit Sozialwissenschaftlern, Architekten und Menschen aus vielen anderen Fachrichtungen zusammengearbeitet hat.Grimm merkte, wie viel Zeit verloren ging, um in der Teamarbeit erst einmal zu definieren, was eigentlich der entscheidende Hebel war, mit dem sich ein vom Übungsleiter gestelltes Problem lösen ließ. "Da wurde mir klar, dass uns Werkzeuge fehlen, um beim Erfassen und Lösen von Problemen methodisch vorzugehen."

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