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Gefahr bei Auslandsjobs
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Expatriates

Riskante Mission

Laura Montorio, Claudia Obmann
Immer mehr Geschäftsleute werden im Ausland Opfer von Entführungen. Deutsche Auslandsmitarbeiter sollten sich auf ihren beruflichen Einsatz in Risikogebieten gezielt vorbereiten.
Die Dunkelheit war gerade hereingebrochen im pakistanischen Multan, als vermummte Männer ins Haus der beiden Mitarbeiter der Welthungerhilfe eindrangen. Mit vorgehaltenen Waffen zerrten sie die Bewohner in einen Geländewagen und verschwanden mit ihnen. Das war im Januar vergangenen Jahres.

Das erste Lebenszeichen der Entführten kam elf Monate später, im Dezember 2012: In einer Videobotschaft bat der deutsche Entwicklungshelfer, auf eine gewaltsame Befreiung zu verzichten – damit er seine Familie lebend wiedersehen könne.

Seitdem gab es weder von ihm oder seinem italienischen Leidensgenossen eine Nachricht, noch wurde von den Entführern eine Forderung gestellt.

Bis zu 100.000 Fälle pro Jahre

Auslandsmitarbeiter und Geschäftsleute werden häufiger Opfer von Kidnappern als vermutet. Waren es 1999 laut dem Kidnap Monitor des Spezialversicherungsunternehmens Hiscox, knapp 1800 Fälle, hat sich die Zahl weltweit bis 2006 bereits auf 23.000 verdreizehnfacht. Schätzungen der niederländischen Menschenrechtsorganisation IKV Pax Christi gehen inzwischen von 40.000 bis 100.000 Fällen pro Jahr aus.


Die Dunkelziffer ist extrem hoch, weil zum Beispiel Länder wie China keine Entführungsstatistiken veröffentlichen, lokale Behörden aus Misstrauen oft nicht informiert werden und sogenannte Express-Entführungen dazugekommen sind: Ausländer werden gezwungen, mit ihrer Kreditkarte Geld an Automaten abzuheben und sich selbst freizukaufen. Danach werden sie wieder laufen gelassen.

Inzwischen weltweites Problem

Ob die Zahl der entführten Deutschen steigt, ist unklar. Denn auch hierzulande sind die erhältlichen Zahlen fragmentarisch. Ob Versicherung oder Krisen-Dienstleister, jeder beruft sich auf Erhebungen aus dem eigenen Kundenkreis.

Eine offizielle Gesamtstatistik etwa des Bundeskriminalamts oder des Auswärtigen Amts, die bei Entführungen in der Regel eingeschaltet werden, gibt es nicht.

Aber in einem Punkt sind sich alle Experten einig: Waren Entführungen ursprünglich die Spezialität lateinamerikanischer Gangster, hat sich diese Art des Verbrechens in den letzten zehn Jahren weltweit ausgebreitet.


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