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Finanztipps

Richtig versichern gegen Berufsunfähigkeit

Ulrike Heitze
Berufsunfähigkeit ist für viele ein fernes Szenario. Vor allem, wenn man sich jung und fit fühlt. Trotzdem ist eine Absicherung dringend notwendig. Wir zeigen Ihnen, wie Sie sich am besten auf den 'worst case' vorbereiten.
Versichern Sie sich so früh wie möglich gegen den Fall der FälleFoto: © Valy Landsberg
Um sich das finanzielle Desaster auszumalen, wenn einen eine Krankheit oder ein Unfall längerfristig mal aus dem Job haut, muss man nicht besonders fantasiebegabt sein. Zum körperlichen und psychischen Stress, den man dann ohnehin durchstehen muss, kommt der Druck, wenn das regelmäßige Gehalt ausbleibt. Was hilft, ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU). Eigentlich ein Muss für jeden Berufseinsteiger. Aber leider ist es keine einfache Police. Nachfolgend zeigen wir das kleine BU-ABC zur ersten Orientierung.Ablehnungen/Ausschlüsse
...kommen häufig vor. Meist braucht es drei bis vier Anläufe, bevor die passende Police dabei ist. Versicherer machen oft schon bei simplen Rückenschmerzen, Knieproblemen oder Allergien einen Rückzieher, verweigern die Police oder bieten nur eingeschränkten Schutz an. Bedingungsloser Schutz ohne Ausschlüsse sollte sein, ist aber nicht immer machbar. Dann darauf achten, dass Ausschlüsse sehr eng gefasst und klar definiert sind. K.o.-Kriterien: Psychotherapie, Lehrerberuf.

Die besten Jobs von allen

Alternativen
...gibt es, sind aber alle nur zweite Wahl. Wer wegen Vorerkrankungen keine BU bekommt, kann ausweichen auf Unfallversicherungen (billig, zahlen aber nur bei Unfall und meist nur einen Einmalbetrag), Dread Disease (zahlt bei schweren Krankheiten, die im Katalog aufgeführt sind, Kosten etwa wie BU) oder Grundfähigkeitenversicherung (zahlt verschieden hohe Summen, wenn Fähigkeiten wie Laufen, Sprechen und Sehen ausfallen; auch nicht ganz billig).
Anfangen
...sollte man so früh wie möglich. Zum einen, um zügig einen Schutz bei Invalidität zu haben, zum anderen, weil es dann billiger wird.
Angebote
...am besten bei mehreren - guten - Versicherungen gleichzeitig einholen, nicht sukzessive. Denn: Versicherer erfragen Ablehnungen oder erfahren davon durch ihre brancheninterne Sonderwagnisdatei. Lehnt eine Gesellschaft Sie ab, winken anschließend oft auch die anderen ab oder werden teurer.
Beiträge
...bestimmen sich nach der Wahl der Versicherung und des Tarifwerks, nach Eintrittsalter, Geschlecht, Gesundheitszustand und Beruf. Die Police ist billiger für Männer, Jüngere, Gesunde, Bürojobs. Teurer für Frauen, Ältere, Kranke, körperlich Arbeitende. Wer Jahresraten zahlt, spart einige Prozente im Vergleich zu Monatsbeiträgen.
Berater
...sollte man sich zulegen, weil es eine teure Investition fürs Leben ist. Qualität oder Murks machen sich erst bemerkbar, wenn der Notfall eingetreten ist. Für die erste Orientierung nützlich: Verbraucherzentrale oder Finanztest. Für Auswahl und Antragsverfahren gut: unabhängiger Honorarberater (arbeitet gegen Honorar) oder zumindest ein renommierter, vertrauenswürdiger, auf Lebensversicherungen spezialisierter Makler (arbeitet gegen Provision, hat mehrere Versicherer im Angebot).
Entscheidung
...sollte in Ruhe fallen. Wichtig sind ein gutes Vertragswerk, die Qualität und Stabilität eines Versicherers - sofern anhand der Vergangenheit beurteilbar - und eine gute Annahme- und Regulierungsquote. Ein Berater sollte das detailliert erklären können. Zweitrangig ist der Preis.
Klauseln
...gibt es reichlich. Nicht alle sind gut. Eine brauchbare Checkliste zum Abhaken bietet Finanztest unter www.test.de/bu-Checkliste an. Sinnvolle Klauseln: Nachversicherungsgarantie (zu bestimmten Events wie Beförderung, Hochzeit, Familiengründung darf die anfänglich vereinbarte Rente aufgestockt werden - gegen entsprechend steigende Beiträge). Weltweit gültiger Schutz (darauf achten, ob ein heimischer oder ausländischer Arzt das Sagen hat. Sonst muss man für jede Untersuchung nach Hause jetten). Uneingeschränkter Verzicht auf abstrakte Verweisung (die Versicherung kann sich nicht vor Zahlung drücken, indem sie einen auf andere Berufe verweist). Rückwirkende Leistung (wenn erst im Laufe der Zeit klar wird, dass man länger nicht mehr arbeiten kann). Prognosezeitraum "voraussichtlich sechs Monate" für die Anerkennung als berufsunfähig.

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