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Selbstständige

Rentenpflicht benachteiligt junge Gründer

Tina Groll, zeit.de
Die Arbeitsministerin will junge Selbstständige zwingen, in die gesetzliche Rentenversicherung einzuzahlen. Aber können die sich die Altersvorsorge überhaupt leisten?

Foto: photocrew/Fotolia

Altersarmut vorbeugen

Alles, was er zum Arbeiten braucht, ist ein Laptop und einen schnellen Internetzugang. Er will frei sein und flexibel. Eine Festanstellung kommt für ihn nicht infrage und über eine Altersvorsorge hat er bislang noch nicht ernsthaft nachgedacht.

Aber nun könnte der 29-jährige Bastian Hirsch von Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) dazu gezwungen werden. Sie will junge Selbstständige bis 30 Jahre dazu verpflichten, fürs Alter vorzusorgen. Wer keine private Vorsorge nachweisen kann, soll in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen – mit rund 300 Euro im Monat plus 100 Euro zusätzlich für die Erwerbsminderung.

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Die Ministerin will so verhindern, dass eine ganze Gründergeneration in die Altersarmut rutscht. 400 Euro monatlich allein für die Rente ausgeben? Für Hirsch undenkbar. "Von 400 Euro habe in den ersten Monaten meiner Selbstständigkeit gelebt", sagt er.

Anderes Arbeitsverständnis

Seit fünf Jahren ist der Bildungsaktivist selbständig. Hirsch ist ein typischer Vertreter der jungen Gründergeneration. Für junge Akademiker ist die Selbstständigkeit zunehmend attraktiv.

Untersuchungen zeigen, dass die Generation der 20 bis 30-Jährigen – in der Forschung Generation Y genannt – ein anderes Verständnis von Arbeit hat. Sie soll nicht nur dem Broterwerb dienen, sondern sinnvoll sein. Sie soll der Selbstverwirklichung dienen.


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