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Regeln für reibungslose Heimarbeit
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Home-Office

Regeln für reibungslose Heimarbeit

Claudia Tödtmann, wiwo.de
In den Niederlanden gibt es ihn: Den Anspruch auf das Home-Office. Deutsche Angestellte können davon nur träumen. Was Unternehmen und Mitarbeiter regeln sollten, wenn sie sich auf das Arbeiten von Zuhause aus einlassen.
Für ThyssenKrupp war der Kita-Streik ein gelungener Feldversuch in Sachen Home-Office. Der Konzern hatte seine Führungskräfte während des Streiks aufgefordert, sich besonders flexibel zu zeigen und Heimarbeit anzubieten. Mit dem Ergebnis des ungeplanten Feldversuchs ist ThyssenKrupp-Personalvorstand Oliver Burkhard hoch zufrieden: "Der Kita-Streik hat gezeigt, dass in der Praxis die meisten Vorbehalte unbegründet sind."

Denn, so sein Fazit: "Sowohl Mitarbeiter als auch Führungskräfte haben viele gute Erfahrungen gemacht." Der Konzern habe eine klare Devise: Sofern es die betrieblichen Belange zulassen und auch die Führungskraft zustimmt, kann die Arbeit flexibel gestaltet werden – und dazu zählt auch Arbeit im Home-Office.

Recht auf Home-Office nicht zu erwarten

Unser Nachbarland Holland ist da schon weiter: Arbeitnehmer haben dort sogar einen gesetzlichen Anspruch aufs Home-Office. "Doch das ist hierzulande nicht zu erwarten" sagt Ina-Kristin Hubert, Fachanwältin für Arbeitsrecht bei der Kanzlei Rödl & Partner in Hamburg. Der Arbeitgeber muss seinen Angestellten nicht einmal vorübergehend die Arbeit im Home-Office erlauben, wie das Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz vergangenen Dezember einer jungen Mutter beschied (Aktenzeichen 5 Sa 378/14). Von Unternehmen könne nicht verlangt werden, dass sie den Betrieb nach den Wünschen der Mitarbeiter umstrukturieren, urteilten die Richter. "Umgekehrt kann die Firma keinen Angestellten zwingen, nicht mehr in der Firma, sondern von Zuhause aus zu arbeiten", so Anwältin Hubert.

Anders sieht es aus, wenn ein Mitarbeiter bereits ein Home-Office hat. Dann kann der Arbeitgeber ihn nicht so einfach in die Zentrale zurückbeordern – jedenfalls nicht, solange er nicht beweisen kann, dass dies für die Firma notwendig ist. Entschieden hat dies das Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz (Aktenzeichen 4 Sa 404/14). Ein Fall wie bei Yahoo, wo Chefin Marissa Meyer plötzlich alle Home-Offices strich, wäre hierzulande entsprechend knifflig. Gibt es in der Firma einen Betriebsrat, muss der zuvor angehört werden, erläutert Arbeitsrechtlerin Hubert.

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